Kabisa Gise – Blog

ganz und gar Gise

Archiv: Sonntag, 15. März 2009

2009
Sonntag
15
Mrz

Der Zeit voraus

Veröffentlicht von: Gise
um 19:27 Uhr

Die Zeit der Systemuhr meines Computers vergeht schneller als die meiner Funkuhr. Hat jemand von Euch eine Ahnung, woran das liegt? Vor zwei Stunden habe ich die Uhrzeit auf meinem Bildschirm per time.windows.com aktualisiert und jetzt geht sie schon fünf Minuten vor. Muss ich mir einen neuen Rechner zulegen?

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2009
Sonntag
15
Mrz

Mitleid

Veröffentlicht von: Gise
um 09:15 Uhr

Ich danke Euch vielmals für Eure Worte hier im Blog und auch per eMail zum Verhältnis zwischen meiner Mutter und mir. Ich bin froh, dass ich vor Euch laut gedacht habe, denn ich habe das Gefühl, dass ich nun ein kleines Stück weiter gekommen bin.

Es gab Zeiten, da habe ich nur Hass gegen meine Mutter gehegt. Ich hätte ihr gerne weh getan, sie beschimpft und beleidigt, so wie sie es mit mir getan hat. Aber ich wusste gleichzeitig, dass das nichts gebracht hätte außer noch härtere Fronten.

Im Moment empfinde ich für meine Mutter nur Mitleid.
Sie hat als Kind den Krieg erlebt – wer weiß, was sie durchmachen, mit ansehen und ertragen musste.
Sie war wohl ein “schwieriges” Kind, denn sie erzählte einmal von einer Teufelsaustreibung, die man an ihr vorgenommen hätte. Dazu hat meine Oma ihr den Kopf wohl in einen Eimer Wasser gesteckt und dabei gebetet.
Meine Mutter war offensichtlich selbst ein misshandeltes Kind. Über ihre Mutter hat sie nie Gutes gesprochen, während sie ihren Vater offenbar abgöttisch geliebt hat.

Ihr habt Recht… eingestehen, dass sie als Mutter gravierende Fehler gemacht hat, wird sie nicht.

Ich habe eben mal recherchiert, denn im Dezember bin ich in einem Blog auf eine Sendung mit der “Supernanny” gestoßen. Im Fernsehen habe ich mir diese Serie nie angeschaut, aber die Bloggerin war über diese eine Mutter sehr entsetzt, so dass ich mir das Video angeschaut habe. So wie die Frau im Film war meine Mutter zu mir. Und so wie der Junge habe ich mich gefühlt. Ich musste beim Anschauen und mich erinnern einfach weinen.
Wer es ertragen kann, kann sich einmal das Video anschauen.

Ich denke, ich werde die Vergangenheit ruhen lassen. An ihr kann man nichts mehr ändern und meine Mutter ist wohl aus ihrer eigenen Vergangenheit heraus so geworden wie sie nun ist.
Es genügt, wenn ich weiß, was ich geleistet habe und leisten kann.
Es genügt, dass ich meinen Kindern eine gute Kindheit geschenkt habe und dass sie jetzt als erwachsene Personen immer noch gern bei und mit mir zusammen sind.

Ich denke, dass ich meiner Mutter verzeihen kann…

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