Kabisa Gise – Blog

ganz und gar Gise

Wo ist Gott?

Neulich habe ich eine Schüssel Wasser über meinen Balkon auf die Wiese darunter gekippt. Dabei habe ich mir vorzustellen versucht, wie es nun den Klein- und Kleinstlebewesen ergehen mag, die diese Ladung Wasser abbekommen haben:
“Hilfe, ich ertrinke!”
“Mein Kind, es wird davongeschwemmt. Hiiilfeeeee!”
“Oh mein Gott, wo kommt denn plötzlich das viele Wasser her!?”

Nach dieser Katastrophe sitzen die Gelehrten dieser klitzekleinen Wiesenbewohner beieinander und beratschlagen: “Wie kam es zu dieser Überschwemmung? Es war kein Anzeichen eines Unwetters zu sehen und in unserer Nähe gibt es weder einen See noch einen Fluss.”

Die Geistlichen und die Gläubigen erklären: “Gott will uns prüfen.”

Wir Menschen neigen nach Schicksalsschlägen gerne dazu nach den Verantwortlichen, den “Schuldigen” zu suchen. Und bei (Natur-)Katastrophen klagen wir Gott an.

Könnte es nicht eher so sein, dass es außer den uns bekannten Ebenen Länge, Breite und Höhe noch eine weitere Ebene gibt, in die wir gar nicht blicken können? So wie die Laus nur in die Länge und Breite schauen und uns Menschen in unserer Gesamtheit nicht erfassen kann, so können wir die andere(n) Ebene(n) nicht sehen und somit auch nicht die dort existierenden Lebewesen. Für diese Wesen sind die uns ereilenden Katastrophen durchaus erklärbar, während wir Menschen verzweifelt nach den Gründen suchen.

Uns Menschen fällt es eh schwer, Dinge, Katastrophen und Schicksalsschläge als gegeben hinzunehmen oder gar als Chance zu sehen für eine Richtungsänderung auf unserem Lebensweg. Stattdessen suchen wir einen Schuldigen für unser Dilemma. Können wir keinen Menschen zur Verantwortung ziehen, muß eben Gott dafür herhalten.

Wir haben die Wahl, ob wir andere für das Leid in der Welt verantwortlich machen und uns in unser Schicksal fügen, weil gottgewollt oder ob wir erkennen, dass unser Denken und Handeln – und deren Grenzen – die allgemeine Moral in unserer Gesellschaft beeinflussen.

Im amerikanischen Internet ist das folgende TV-Interview weit verbreitet:

Die Tochter von Billy Graham (US-amerikanischer Baptistenpastor, Prediger und Erweckungsprediger) wurde in der “Early Show” interviewt und Jane Clayson fragte sie:
“Wie konnte Gott so etwas geschehen lassen?” (bezogen auf die Anschläge am 11. September 2001)

Anne Graham gab eine äußerst tiefgründige und einsichtige Antwort. Sie sagte: “Ich glaube, Gott ist zutiefst traurig darüber, genauso wie wir; aber seit so vielen Jahren sagen wir Gott, dass ER aus unseren Schulen verschwinden soll, aus unserer Regierung verschwinden soll und aus unserem Leben verschwinden soll.

Und Gentleman, der ER nun eben ist, hat ER sich, glaube ich, still und leise zurückgezogen. Wie können wir von Gott erwarten, uns seinen Segen zu spenden und uns seinen Schutz zu gewähren, wenn wir von IHM verlangen, uns allein zu lassen?”

Angesichts der jüngsten Ereignisse – Anschläge, Schießereien in Schulen, etc. – denke ich, dass alles anfing, als Madalyn Murray O’Hair (sie war in den Vereinigten Staaten eine berühmte Atheistin und wurde 1995 ermordet) vor Gericht zog und klagte, weil sie nicht wollte, dass Gebete in unseren Schulen gesprochen werden…

… und wir sagten OK.

Dann sagte jemand, dass man an Schulen besser nicht die Bibel lesen solle. (Die Bibel sagt: du sollst nicht töten, du sollst nicht stehlen, und liebe deinen Nächsten wie dich selbst …)

… und wir sagten OK.

Dann sagte jemand, dass Lehrer und Direktoren unsere Kinder besser nicht disziplinieren sollen, wenn sie sich schlecht benehmen.
Die Schul-Administratoren sagten, der Lehrkörper dürfe keine Schüler anrühren, wenn sie sich schlecht benehmen, denn wir wollen doch keine schlechte Reklame, und wir wollen doch auch nicht angeklagt werden!
(Es gibt einen Riesenunterschied zwischen disziplinieren, berühren, schlagen, einen Klaps geben, demütigen, einen Fußtritt versetzen etc.!)

… und wir sagten OK.

Dann sagte jemand: Lasst unsere Töchter doch Abtreibungen machen, wenn sie wollen, und sie müssen es nicht mal ihren Eltern sagen.

… und wir sagten OK.

Dann sagte ein weises Mitglied des Schuldirektoriums: Da die Buben ja Buben sind und es sowieso tun werden, so geben wir doch unseren Söhnen so viele Kondome wie sie wollen, sodass sie so viel Spaß haben wie sie wollen, und wir müssten es auch deren Eltern nicht sagen, dass sie sie in der Schule bekommen hätten.

… und wir sagten OK.

Dann sagte eines der höchsten von uns gewählten Organe, dass es doch unwichtig ist, was wir privat tun, solange wir unsere Jobs ordentlich machen.

Und damit einverstanden sagten wir, dass es mir doch egal ist, was irgendjemand, einschließlich des Präsidenten, privat tut, solange ich nur einen Job habe und die Wirtschaft gut ist.

Dann sagte jemand: Drucken wir doch Zeitschriften mit Fotos von nackten Frauen und nennen es gesunde, realistische Würdigung der Schönheit des Frauenkörpers.

… und wir sagten OK.

Und dann hat jemand diese Würdigung einen Schritt ausgeweitet und Fotos von nackten Kindern veröffentlicht, um dann noch mit einem Schritt weiter sie ins Internet zu stellen.

… und wir sagten OK, sie haben ja ein Recht auf freie Meinungsäußerung.

Dann kam die Unterhaltungsindustrie, die sagte: Machen wir doch TV Shows und Filme, die Vulgäres, Gewalt und unerlaubten Sex fördern.
Machen wir Musik, die zu Vergewaltigung, Drogen, Mord, Selbstmord und teuflischen Dingen ermuntert.

Und wir sagten, es ist ja nur Unterhaltung, es hat ja keine schädliche Auswirkung, außerdem nimmt das ja ohnehin niemand ernst, also macht ruhig weiter.

Und jetzt fragen wir uns, warum unsere Kinder kein Gewissen haben, warum sie nicht zwischen richtig und falsch unterscheiden können und weshalb es ihnen egal ist, Fremde zu töten, ihre Schulkameraden und sich selbst.

Vielleicht werden wir es herausfinden, wenn wir lang und intensiv genug nachdenken!
Ich denke, es hat eine Menge damit zu tun, dass

“WIR ERNTEN, WAS WIR SÄEN.”

Sonderbar, wie einfach die Leute Gott aus ihrem Leben verdammen
und sich dann wundern, warum die Welt zur Hölle fährt.

Sonderbar, wie einfach wir glauben, was in den Zeitungen steht,
aber in Frage stellen, was die Bibel sagt.

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