Kategorie: andere Kulturen
Steinzeit
Vorhin habe ich im Fernsehen einen Bericht über Menschen verfolgt, die im New Yorker Central Park wie die Steinzeitmenschen leben. Sie ernähren sich zum Beispiel nur von dem, was sie in der Natur vorfinden, also Früchte, Kräuter und Fleisch. Diese Menschen sind der Meinung, dass sie auf diese Art viel gesünder leben als zivilisierte Menschen und dass sie uralt werden würden.
Ich frage mich jetzt, warum die Steinzeitmenschen selten älter als – ich glaube –
Und… warum sind sie ausgestorben?
Guten Morgen!
Trotz Vollmond habe ich heute Nacht herrlich geschlafen! Ich war gestern Abend auch sowas von erledigt, nach dem langen Tag. Er fing bereits um halb sechs an, weil ich am Vormittag im Kindergarten gearbeitet habe. Danach bin ich nach Hause gefahren, habe die Katze gefüttert und bin bereits zwanzig Minuten später in Richtung Flughafen abgedüst. Meine tansanische Nichte und ihre Großeltern, die Eltern ihrer Mutter, sind aus Berlin angekommen.
Ich hatte Euch ja noch gar nicht erzählt, dass meine Schwägerin mit ihrer Tochter seit Jahresbeginn in Berlin lebt, weil sie dort Arbeit gefunden hat.
In Tansania wird Familie anders definiert als hier bei uns in Deutschland. Ich gehöre nun quasi wie eine Tochter zu der Familie der Eltern meiner Schwägerin und diese haben mich herzlich in ihre Arme geschlossen und in ihr Herz aufgenommen.
Ich bin mit den Dreien erst einmal in eine Cafébar gegangen, wo wir auf die Cousine meiner Schwägerin und ihren Mann gewartet haben. Ich war übrigens überrascht, wie günstig die Preise in dieser Bar waren! Als die Beiden nach etwa einer Stunde kamen, sind wir zu ihnen nach Hause gefahren, wo ich bis zum Abend geblieben bin.
Meine Nichte ist groß geworden, aber in ihrem Wesen hat sie sich nicht verändert. Sie fehlt mir, trotz – oder gerade wegen ihrer lebhaften Art.
Wenn ein Gast wieder nach Hause geht, dann begleiten nach tansanischer Sitte alle Anwesenden den Gehenden selbstverständlich zum Auto oder bis zur Bushaltestelle. Leute, das muss man mal erlebt haben… es ist einfach herrlich! Wenn ich mit meinen Kindern bei meinem Vater bin, dann geht er mit bis zum Auto, aber alle anderen in der Wohnung bleiben in derselben.
Wenn ich mir gerade den kommenden Montag vorstelle. Bis jetzt weiß ich, dass meine beiden Brüder, der eine mit seiner tansanischen Frau und Kind und seinen Schwiegereltern meinen Vater besuchen werden. Gestern Abend habe ich das meiner Tochter erzählt, die übrigens über Ostern eine Freundin mitbringen wird. Meine Tochter meinte, dass sie gerne ebenfalls zu ihren Großeltern fahren würde – natürlich mit Freundin (die… in Südafrika aufgewachsen ist!). Meine Schwester wird hoffentlich ebenfalls mit Familie da sein. Wenn dann auch noch die Kinder und Enkel der Frau meines Vaters da sein würden, was ich eher für unwahrscheinlich halte, dann wird es bei meinem Vater eng – und laut.
Man wird suaheli, englich und deutsch reden.
So, wenn tatsächlich alle meine Geschwister komplett mit Familie und Anhang bei meinem Vater und seiner Frau auftauchen, dann wären wir dreizehn Erwachsene (meine Kinder habe ich hier mitgerechnet) und drei Kinder. Nehmen wir einmal an, mein Bruder, der alleinstehend ist, ginge als Erster nach Hause, dann würden alle zwölf Erwachsene und drei Kinder ihn zu seinem Auto begleiten. Wäre mein Bruder mit öffentlichen Verkehrsmitteln gekommen, würden alle ihn zur Bushaltestelle begleiten – egal, wie weit weg sie liegt! Unvorstellbar, oder? Aber ich finde, das könnte man doch echt auch bei uns Deutschen einführen!
Aber spätestens wenn dann der nächste Gast geht und die Prozession wieder los geht, wäre es uns Deutschen lästig, oder nicht? Bei so einer Sitte würden wir vorher eine Abstimmung darüber machen, wann in etwa die Familienfeier beendet sei, damit alle auf einen Schwung aufbrechen und man sich gegenseitig zu den Autos begleiten könne. Die Busreisenden könnte man am nächstgelegenen Punkt absetzen.
Es ist auf jeden Fall ein anderes Verabschieden, wenn man von den Gastgebern und den Gästen bis zum Bus begleitet wird. Verlässt man das Haus allein, dann ist man plötzlich allein. Zumindest fühle ich es so. Manchmal tut es mir nach dem lauten Stimmengewirr und Musik im Hintergrund gut, aber ein Teil von mir ist dennoch im Haus bei den Leuten.
Ich kann den Unterschied der Gefühle nicht beschreiben – man muss es einfach mal erlebt haben.
Ich bin froh, nun auch die Eltern meiner Schwägerin kennen gelernt zu haben. Sie sind sehr mit ihren Sitten und ihrem christlichen Glauben verwurzelt, aber sie sind dennoch offen für anderes Denken und Verhalten.
Klangwelten
Gestern hat mir ein achtjähriges Mädchen ganz begeistert vom Konzert erzählt, das es am Sonntag mit seinen Eltern besucht hat. Das Mädchen hat mir auch eine CD vorgespielt. Von den Klangwelten. Die Musik auf der CD gefällt mir sehr gut und so habe ich eben nach den Tourneedaten gegoogelt.
Hey, wer von Euch wohnt in oder um Tübingen herum? Wer hat am
Offen für Fremdes
Am Freitag Nachmittag wurde Stuttgart von einem Gewitter mit heftigem Regen heimgesucht. Heute ist es grau und kühl da draußen und es hat immer wieder einmal geregnet. Aber gestern war es am Nachmittag doch recht sonnig und angenehm warm. Ideales Wetter, um das Afrika-Festival in Stuttgart-Süd zu besuchen.
Dort gab es viele Produkte aus Afrika zu kaufen. Natürlich habe ich ebenfalls zugeschlagen.
Auch in der Landeshauptstadt fahren die öffentlichen Verkehrsmittel an Wochenendabenden nicht mehr ganz so oft. Ich hatte die Wahl, entweder eine knappe Stunde auf meinen Bus zu warten oder sofort mit einem anderen Bus zu fahren und dann etwa zehn Minuten nach Hause zu laufen. Ich habe mich für die zweite Möglichkeit entschieden.
Dieser Bus fährt auch Asemwald an, dem flächenmäßig kleinsten Stadtteil von Stuttgart. Spontan habe ich beschlossen, dort auszusteigen und den Heimweg zu Fuß anzutreten. Natürlich würde ich nun länger als zehn Minuten brauchen, aber das nahm ich angesichts des milden und sonnigen Abends gern in Kauf.
Mir begegneten mehr Nacktschnecken als Spaziergänger.
Dort oben auf der freien Fläche trifft man auf Fußgänger mit und ohne Hund, auf Radfahrer, Männer, Frauen, Kinder, aber sie alle haben eines gemeinsam – sie grüßen einen stets freundlich.
Dort oben zwischen all dem Mais, Getreide, Rüben und sonstigen Feldern gibt es an einer Kreuzung eine Gruppe von drei Bäumen. Ich glaube, es sind Linden. Darunter stehen ein paar Parkbänke mit Blick zum Flughafen, der neuen Messe und der Schwäbischen Alb. Dort haben sich gestern Abend ein Radfahrer und zwei Männer niedergelassen. Die beiden Männer, ich schätzte sie auf etwas jünger als ich, waren offenbar Freunde, die es sich dort mit ein paar Flaschen Bier gemütlich machen wollten.
Ich war schon an ihnen vorbei gegangen, da sprach mich einer der Beiden an, ob ich mit ihnen mittrinken wolle. Ich habe dankend abgelehnt, bin aber dennoch mit ihnen ins Gespräch gekommen. Sie wirkten alle beide sehr sympathisch auf mich.
Uns ging der Gesprächsstoff nicht aus und plötzlich saß ich doch bei ihnen auf der Bank und nuckelte an einer Bierflasche. So kam ich in den Genuss dieses wunderschönen Sonnenuntergangs.
Hätte einer der beiden Herren nicht seinen letzten Bus verpassen dürfen, hätten wir sicherlich noch die ganze Nacht hindurch gequatscht und erzählt.
Die Bekanntschaft dieser netten Kerle hätte ich nie gemacht, hätte ich den Kopf und das Herz voller Vorurteile und Ängste gehabt. Aber so bin ich nun mal… ich gehe grundsätzlich offen und an das Gute im Menschen glaubend auf diese zu. Bis jetzt bin ich immer gut damit gefahren.






