Kategorie: Minka
Auf Achse
Natürlich fehlt mir meine Minka nach wie vor und ich danke Euch für Euer Mitgefühl. Doch andererseits fühle ich tiefe Dankbarkeit für all das, was meine Katze mir gegeben hat und was ich von ihr lernen durfte. Es ist gut so wie es ist und ich denke, dass Minka jetzt genauso gut aufgehoben ist wie sie es bei mir war.

Urlaub habe ich diesen Sommer noch nicht gehabt. Ich arbeite seit Ende Juli nur noch in einem Kindergarten an einem Nachmittag in der Woche. Aber den ganzen September durch werde ich frei haben. Erst im Oktober werde ich wieder arbeiten. Man ist mit meiner Arbeit sehr zufrieden und will mich behalten. Mehr noch, ich werde zu meinen zwei noch drei weitere Kindergruppen bekommen! Darüber freue ich mich ganz besonders!

Ende des letzten Monats war ich wieder einmal erkältet. Kein Wunder beim nasskalten Wetter, das wir hatten. Und wie schon kurz nach Ostern hat sich die Erkältung auch diesmal auf mein Gehör geschlagen. Doch diesmal war ich nur links fast taub. Ich höre wieder, aber immer noch nicht so gut wie vor der Erkältung.

Seit einer Woche wohnt meine Nichte bei mir. Langjährige Leser kennen sie schon, die Stieftochter meines Bruders, die Zwiekuh (korrekter: Zwicou für Zwillingscousine) meiner anderen Nichte. Zwei Cousinen, die exakt auf den Tag genau gleich alt sind. Zweimüttrige Zwillinge nannte ich sie. Die Mädchen sind inzwischen elf Jahre alt – Junge, wie die Zeit vergeht!
Morgen werden meine Nichte und ich mit dem Zug nach Berlin reisen, wo ihre Mama schon seit Anfang diesen Monats arbeitet. Sie hat die Tätigkeit nur vorübergehend. Wenn hier in Baden-Württemberg die Sommerferien zu Ende sind, wird sie wieder im Ländle sein. Bis dahin darf ich mich um das Mädchen kümmern. Wir waren bisher viel im Freibad oder haben uns um die Kinder meiner Nachbarin oder um die Jungs meiner Freundin gekümmert, wenn die Mütter arbeiten gehen mussten. Nein, Urlaub habe ich noch nicht. Gerade in den Schulferien habe ich immer Kinder um mich herum. Es ist manchmal anstrengend, aber ich liebe es im Großen und Ganzen.

Letzten Samstag war ich nach vier braven Wochenenden zu Hause endlich mal wieder in einem meiner Lieblingsclubs. Nein, nicht Square dance, sondern Techno. Genauer: Hardtechno. Es war herrlich, mit den Freunden zu feiern und herumzualbern. Das hat mir sehr gefehlt!

Achja, morgen… Mittags fährt unser Zug los nach Berlin. Meine Nichte und ich sind schon voller Vorfreude! Da meine Schwägerin selbst Gast bei Freunden ist, habe ich mir ein Zimmer in einem Hostel gebucht. Das Kind wird das Wochenende bei ihrer Mutter logieren. Und am Montag fahren wir wieder heim. Ich freue mich schon auf die afrikanischen Eindrücke, die ich mit meiner Schwägerin, ihrer Tochter und deren Freunden aufnehmen darf!
Achso, meine Digicam muss ich noch einpacken!
Erlöst
Vorgestern schien mir Minkas wackeliger Gang noch wackeliger zu sein als sonst. Ich war mir nicht sicher, ob sie Schmerzen hatte oder nicht, aber sie ging zwar langsam, doch immerhin zu ihrem Wassernapf und trank daraus. Gefressen hat sie eh schon wenig, doch vorgestern verweigerte sie ihr Futter.
Ihr Katzenklo benutzte meine Fellnase nur, um Wasser zu lassen; den Kot setzte sie grundsätzlich irgendwo im Wohnzimmer ab. Meine Tierärztin meinte schon letzten Monat, dass wir jetzt aufpassen und im richtigen Moment entscheiden müssten, die Katze zu erlösen.
Vorgestern verstärkte sich meine Ahnung, dass ich Minka nicht mehr lange um mich haben würde…
Als ich gestern Morgen aus meinem Schlafzimmer kam, lag meine Katze direkt vor ihrem Wassernapf und döste.
Mir zog sich mein Herz zusammen. Ich wusste sofort, dass ich mich nun von ihr verabschieden musste, alles andere wäre Tierquälerei.
Ich habe meiner Katze etwas Futter angeboten. Sie hat zwar daran geschnuppert, aber es dann doch nicht angerührt. Stattdessen ging sie ein paar Schritte – nein, sie schleppte sich! – vom Wassernapf weg in die Mitte des Zimmers und pieselte. Danach schaute sie mich beschämt an. Ich habe sie nur am Kopf gestreichelt und ihr gesagt, dass es okay sei. Sie hat sich zu ihrem Stuhl geschleppt und sich daneben auf den Boden gelegt.
Schon seit Monaten lag Minka nur noch auf dem einen Stuhl, der meinem Computerplatz am nächsten stand. Uns trennte so etwa ein halber Meter und ich konnte sie bequem streicheln. Sie verlangte oft nach Streicheleinheiten, die sie natürlich auch bekam.
Vorgestern hatte sie große Mühe, auf ihren Stuhl zu springen, doch gestern war sie einfach zu schwach dafür.
Ich habe meiner Tochter im Büro angerufen und ihr vom Zustand unseres Felllieblings erzählt. Meine Tochter hat mir sofort angeboten, uns zur Tierärztin zu begleiten, aber sie war im Gegensatz zu mir zuversichtlich.
Unsere Tierärztin ist einfach eine herzensgute Seele von einem Mensch. Als sie Minka sah, meinte sie, dass man die Katze zwar mit Infusionen und Spritzen wieder etwas aufpäppeln könne, aber eben nur für einen Tag. Davon hätten weder das Tier noch wir etwas. Das war meiner Tochter und mir schon lange klar; wir wollten niemals aus egoistischen Gründen unser Haustier unnötig leiden lassen.
Minka bekam die Spritze in den Armen meiner weinenden Tochter (mir liefen die Tränen auch nur so herunter) und durfte dort sanft entschlafen.
(Ich heule jetzt schon wieder…)
Die Tierärztin hat uns ein gebrauchtes Handtuch gegeben; sie hat Minka darauf gebettet, ihren Schwanz und ihre Pfoten an den Bauch geschoben und sie so in der Embryohaltung eingewickelt.
(Unansehnliche Handtücher und Decken nicht wegwerfen – Tierärzte und -heime sind dankbare Abnehmer!)
Ein kurzer Anruf… anderthalb Stunden später war Minka im Garten meiner Schwester beerdigt. Ich bin mir sicher, dass meine Nichte, ihre Freundinnen und mein Neffe noch ein Kreuz und Blumen aufs Katzengrab setzen werden…
Ich bin mir auch sicher, dass es Minka nun wieder gut geht.
Danke, Minka, von dir habe ich viel lernen dürfen.
In meinem Herzen wirst du weiterleben.
♥ Minka ♥
† Ruhe in Frieden †
R.I.P.
Heute Mittag musste ich meine Katze von ihren Leiden erlösen lassen.
♥ Minka ♥
* 10. Mai 1992
† 23. Juli 2012
Taub
Von meiner Minka habe ich schon eine Weile nichts mehr erzählt. Die Katzendame wird im Mai immerhin schon 20 Jahre alt! Trotz ihrer chronischen Niereninsuffizienz, die vor ziemlich genau vier Jahren diagnostiziert wurde, ist sie immer noch neugierig und lebhaft. Ruhiger ist sie geworden, anhänglich und unheimlich schmusig.
Vor einigen Wochen fiel mir auf, dass sie mich nicht mehr vor der Schlafzimmertür freudig begrüßte, wenn ich aufgestanden bin. Auch erwartete sie mich nicht mehr hinter der Wohnungstür, wenn ich nach Hause kam. Und wenn ich sie rief, ignorierte sie mich. Ich vermutete, dass sie nun schlecht hören würde.
Vor zwei Wochen war ich mit meiner Schmusetigerin wieder einmal bei der Tierärztin. Wir waren nun schon länger nicht mehr bei ihr gewesen. Ich wollte meiner Katze den Stress ersparen und ich wollte mich auf mein Gefühl verlassen, es rechtzeitig zu merken, wenn es Minka schlechter gehen würde.
Seit einiger Zeit miaute Minka recht häufig, war unruhig und erbrach viel. Aber auf der anderen Seite war sie nach wie vor an meinem Tun und Treiben interessiert und fraß regelmäßig. Auffällig war, dass sie recht viel Wasser gesoffen hat.
Die Tierärztin hat meine Katze untersucht und festgestellt, dass Minkas Blutdruck sehr hoch war. Die Ärztin vermutete auch eine Blindheit, was ich aber verneinte. Minkas Pupillen sind wie bei Dunkelheit ganz weit geöffnet und schließen sich überhaupt nicht mehr. Im Laufe der Untersuchung merkte die Ärztin selbst, dass meine Mietze nicht blind ist. Aber helles Tages- oder gar grelles Sonnenlicht würden meiner Katze weh tun, ähnlich wie uns, wenn wir vom Augenarzt Tropfen zur Pupillenerweiterung bekommen haben, erklärte mir die Ärztin. Sie riet mir, das Zimmer bei Sonnenschein abzudunkeln. Nun weiß ich auch, warum Minka seit einiger Zeit ausschließlich auf dem Stuhl unter dem Tisch liegt – da ist es am dunkelsten.
Blut wurde meiner Katze auch abgenommen. Zwei Tage später erfuhr ich, dass sich sowohl die Leber- als auch die Nierenwerte verschlechtert hätten. Minka kann es nun drehen und wenden wie sie es will – ich setzte sie wieder auf Nierendiät. Sie frisst zwar, aber widerwillig. Ich bin zuversichtlich, dass sie das Futter über kurz oder lang akzeptieren wird. Oder, um es schwäbisch auszudrücken: Der Hunger treibt’s na. (Der Hunger treibt es hinunter.)
Wieder zurück zur Untersuchung bei der Tierärztin…
Minka hat ein langes Fell. Da sie dieses aber nicht mehr ausgiebig pflegt, bilden sich am Hals und am Bauch verfilzte Fellklumpen. Die Tierärztin holte den Rasierer, um diese Klumpen wegzurasieren. So ein Rasierer brummt für seine kleine Größe ganz schön laut, doch Minka zeigte keinerlei Regung. Ihre Ohren zuckten kein bisschen. Für mich war es ein kleiner Schock zu erfahren, dass meine Katze komplett ertaubt ist. Andererseits erklärt sich mir nun, warum Minka nicht mehr vor dem Staubsauger flüchtet und warum sie mir nicht mehr entgegen kommt, wenn ich nach Hause komme oder morgens aufstehe.
Mager ist Minka auch geworden. Letztes Jahr brachte sie noch 3,6 kg auf die Waage, jetzt sind es nur noch 3,1 kg.
Eins ist deutlich: Minka wird nicht mehr jünger. Und gesund wird sie auch nicht mehr werden. Eines Tages wird sie mich verlassen. Wann das sein wird, weiß niemand. Doch bis es soweit ist, werde ich sie hegen und pflegen und beschmusen, sooft sie danach verlangt.
Igitt
Liebe Katzenfreunde, wisst Ihr, was ich besonders eklig finde? Nein, nicht Minkas Erbrochenes, das ich in letzter Zeit fast täglich wegputzen darf. Ich denke, dies ist eine Folgeerscheinung ihrer chronischen Niereninsuffizienz. Mir stinkt buchstäblich, dass meine Katze neben ihr Katzenklo gepieselt hat. Die ganze Wohnung stinkt nun und mir sind die Füße gebunden. Ich kann das Katzenklo nicht anheben, um unter der Katzenklowanne zu putzen, wo sich viel Katzenpipi angesammelt hat.
Falls Ihr nun denkt, dass ich das Katzenklo bestimmt schon seit Tagen nicht sauber gemacht habe, liegt Ihr falsch. Es war frisch sauber und aufgefüllt und ausgerechnet dann verweigert Madame Le Chat ihr Klo. Will sie das frische Streu schonen oder was ist mit ihr los?
Morgen kommt mich meine Nichte besuchen. Sie wird mir mit dem Säubern unterm Katzenklo helfen müssen, denn dieser Gestank ist trotz gekippter Fenster nicht auszuhalten!



