Kategorie: Ich
Ärztetag
Schon seit zwei Jahren wache ich ab und zu nachts an einem Hustenanfall auf. Meine Bronchien sind total verschleimt und das Atmen fällt mir etwas schwer. Aber am Morgen, nach zwei Tassen Kaffee, spüre ich nichts mehr vom Husten.
Meine Schwester meinte, das klänge ganz nach Asthma. Nee, ich doch nicht! Mir reichen mein Heuschnupfen und meine empfindliche Haut. Also habe ich die nächtlichen Hustenattacken einfach ignoriert, denn sie weckten mich zwar, aber sie kamen mir nicht lebensbedrohlich vor.
Doch gestern haben sich schon am frühen Abend meine Bronchien mit Schleim belegt, das Atmen fiel mir schwer und das Reden ging nur kurzatmig.
In der Nacht konnte ich zwar schlafen, aber ich war auch heute Morgen nach wie vor etwas kurzatmig. Also bin ich zum Doktor gegangen. Ein Blastest hat ergeben, dass meine Lungenfunktion etwas eingeschränkt ist. Also doch Asthma.
Der Doc hat mir ein Spray verschrieben und eine Überweisung zu einem Lungenfacharzt gegeben. Nur ist der jetzt für drei Wochen im Urlaub. Mein Hausarzt möchte mit mir bei Gelegenheit auch einen Allergietest machen.
Hoffentlich habe ich keine Katzenallergie! Aber mein Bauchgefühl sagt, nein, sondern ich dürfte wohl eher gegen den Staub in meiner Wohnung allergisch sein. Ich brauche eine Putzhilfe…
Dass ich beim Arzt war, reicht ja nicht. Meine Minka frisst schon seit ein paar Tagen schlecht bis gar nicht. Außerdem erbricht sie nicht nur ihre Haare, sondern auch das Futter. Deshalb war ich mit der Mietz heute Nachmittag beim Tierarzt. Dort hat sie, weil sie schon etwas ausgetrocknet war, eine Infusion bekommen. Darin waren auch Nährstoffe, Vitamine und ein Mittel, das ihren Magen beruhigt.
Wieder zu Hause hat meine Mietz ordentlich gefressen.
Und das kotzt sie jetzt im Moment wieder aus…
Ausgebremst (2)
Gerade solche Erlebnisse wie gestern lassen mich manchmal an mir ein wenig verzweifeln. Ich möchte dann ein anderer Mensch sein – anderen Menschen zuliebe. Aber dann fallen mir Menschen ein, die scheinbar emotionslos sind oder andere, die ständig herumzicken und -nörgeln oder wieder andere, die offenbar keine eigene Meinung haben. Aber all diese Menschen haben Freunde und werden geliebt wie sie sind. Auch ich habe Freunde, die ich mag. Trotz ihrer Fehler und Macken. Oder gerade deswegen.
Es gibt also für mich keinen Grund, mich zu ändern, denn es gibt immer den einen oder anderen Menschen, der sich von meiner burschikosen, manchmal auch barsch erscheinenden Art nicht abschrecken lässt. An mir ändere ich nur, womit ich selbst mich unwohl fühle. Alles andere an mir bleibt so wie es ist. Punkt, aus, basta.
Ausgebremst
Gestern war ich zur Mittagszeit wieder einmal im Hohenheimer Exotischen Garten. Dort war ich seit gut zwei Wochen nicht mehr und es wurde allerhöchste Zeit, die Hängende Blau-Zeder zu fotografieren.
Wenn ich schon dort im Park war, wollte ich auch gleich noch dieses und jenes knipsen. Was machen die Teichrosen? Ich bin zum Teich gegangen, um nachzuschauen. Die Bilder zeige ich Euch in einem neuen Eintrag.
Wie ich dort am Teich so fotografiere, fällt mir ein Mann auf, der mich offensichtlich beobachtete. Ich habe ihm zugelächelt und er hat zurückgelächelt. Irgendwie kamen wir ins Gespräch. Wir redeten und erzählten… gut eine Stunde lang. Oder länger. Keine Ahnung.
Ich wollte mich eigentlich mit meiner Freundin an einem Baggersee treffen. Fotografieren wollte ich auch noch. Der Kaffeedurst meldete sich, doch die Blase meinte, es müsse in ihr erst Platz geschaffen werden. Aber der Fremde war so nett, so sympathisch.
Das traurige Ende vom Lied: Unsere Wege haben sich wieder getrennt, ohne Aussicht auf ein Wiedersehen.
Nun sitze ich da und frage mich, ob ich etwas falsch gemacht, ob ich ihn vergrault habe. Hätte ich den Kaffeedurst laut kundtun sollen, vielleicht wären wir dann zusammen in den nahegelegenen Biergarten gegangen? Aber die Blase… ich war ohne meinen Anziehstab unterwegs. Und Geld hatte ich auch keins dabei.
Zum Abschied hat er mir angeboten, mir mein Stativ mit der Digi zum Auto zu tragen, aber ich habe abgewimmelt. Jetzt frage ich mich, warum eigentlich?
Ich weiß, dass Männer gerne beschützen und helfen. Aber ich denke mir, dass es ein himmelweiter Unterschied ist, ob eine Frau hilflos tut oder tatsächlich hilflos ist. Kaum jemand, der mir, einer Frau ohne Arme, zum ersten Mal begegnet, weiß, wie geschickt und selbständig ich bin.
Die Erziehung meiner Mutter steckt mir immer noch tief in den Knochen.
“Kein Mensch will sich auf Dauer mit einem/auf einen Behinderten einlassen.”
“Du fällst jedem nur zur Last.”
“Zeig nicht, dass du Hilfe brauchst. Vor allem, bitte niemals um Hilfe, denn damit bist du dem, den du bittest, nur lästig.”
“Du brauchst kein Mitleid!”
Mit der letzten Aussage hat sie ausnahmsweise Recht. Aber der Rest stimmt nicht. Meine Freunde helfen mir alle gerne, auch wenn sie wissen, dass ich das Eine oder Andere durchaus auch selbst erledigen kann.
Doch von Fremden lasse ich mir zunächst grundsätzlich nicht helfen. Das ist kein Prinzip von mir, sondern Instinkt. Dabei hat der Mann ja schon beobachtet, dass ich durchaus in der Lage bin, das Stativ mit der Digi selbst zu tragen. Dennoch habe ich sein Angebot, es für mich zum Auto zu bringen, abgewimmelt. Ich will auf gar keinen Fall “behindert rüberkommen”! Aber gerade mit dieser Einstellung und meiner daraus resultierenden Abfuhr vertreibe ich wohl erst Recht manchen Menschen. Eigentlich schade, oder?
Der Mann gestern… er war verdammt sympathisch. Mennooo…
Shopping
Ich habe mich heute spontan mit meiner Freundin zum Shoppen in Esslingen getroffen. Ich wusste gar nicht, wie rasend schnell dabei die Zeit vergehen kann, denn normalerweise habe ich spätestens nach zwei Stunden keine Lust mehr. Und ich gehe ungern von einem Laden in den nächsten. Aber heute hat es mir richtig Spaß gemacht zu schauen und anzuprobieren.
Doch meine Freundin hat einen ganz anderen Geschmack als ich und sie findet, dass ich viel zu konservativ gekleidet bin. Sie hat teilweise Recht, aber gerade ich ohne Arme muss beim Kauf von Kleidung erst recht auf den Schnitt und die Zweckmäßigkeit achten. Leggins zum Beispiel finde ich total klasse, aber mit meinem Anziehstab zerreiße ich sie wohl eher.
Meine Freundin kleidet sich unheimlich gerne in Schwarz, Grau und/oder Weiß, während ich es gern bunt mag. Heute habe ich mich einmal darauf eingelassen, mir ein schwarzes Kleid zu kaufen, über das ich noch ein schwarzweiß gestreiftes Trägershirt anziehe. Naja, ganz überzeugt war ich nicht, aber ich habe diese Teile mitgenommen.
Wieder zu Hause hat meine Tochter die Skepsis mit mir geteilt – und festgestellt, dass das Kleid ihr viel besser stehen würde. Das gestreifte Shirt darf ich behalten.
Am Montag will meine Tochter mit mir shoppen gehen. Nötig ist es, denn irgendwie habe ich tatsächlich nichts Gescheites zum Anziehen.
Haa-tschi
Der Heuschnupfen hat mich wieder heimgesucht. Jetzt hatte ich eine Weile meine Ruhe vor ihm, ohne Medikamente, aber heute plagt er mich wieder.
Heute Mittag bin ich zum Einkaufen gefahren und da habe ich weiße Flocken fliegen gesehen. Nein, es hat nicht geschneit, denn dafür war es zu warm. Kann es sein, dass die Lindenbäume solche Samenflocken abwerfen? Das Einzige, was ich weiß ist, dass ich immer Probleme in der Nase und Augen habe, wenn diese weißen Flocken fliegen.
Ich habe eben gegoogelt… die weißen Flocken stammen von Pappeln oder Espen. Wie auch immer, heute Abend nehme ich eine Antihistamin-Tablette ein, damit ich morgen den Tag beschwerdefrei genießen kann.
