Kategorie: Glaube
Unabhängig
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Heute war ich wieder im Gottesdienst. Das Foto der Kirche habe ich vor dem Messebeginn gemacht. Die Glocken haben geläutet. Für die Nachbarn der Kirche mag das Geläute nervig sein, aber ich liebe es. Je lauter, desto besser, denn das Glockenläuten erinnert mich an meine Meditationen in einem bayrischen Kloster vor bald
Da nach dem Gottesdienst die Sonne zwischen den Wolken noch immer genügend Platz hatte, war ich im der Kirche angrenzenden Exotischen Garten ein wenig spazieren. Dort fühlte ich mich plötzlich frei und stark.
An diesem klitzekleinen Bächlein…
…wäre ich gerne länger sitzen geblieben, aber ich fand dort keine Ruhe. Eine ältere Dame sprach mich an. Sie bot mir Hilfe an, während ich auf dem Boden saß und fotografierte, und als ich dankend ablehnte, brachte sie ihre Bewunderung für die meisterhafte Bewältigung meiner Situation zum Ausdruck. Ich hatte heute keinen Bock auf ein solches Gespräch und so bin ich weiter gegangen.
Hier fühlte ich mich unbeobachteter.
Ich saß dort auf der Parkbank und hing meinen Gedanken nach. Mir wurde bewusst, dass für mich in der katholischen Gemeinde kein Platz ist.
Die katholische Kirche predigt auch heute noch von einem Gott, wie ich ihn keineswegs erlebe. Gott ist nicht mein Vater, ich muß keine Angst vor ihm haben oder gar vor seinen Strafen. Gott ist mein Partner und mein Vertrauter. Ich habe die Freiheit, mit ihm zu reden oder zu schweigen. Ich habe alle Freiheiten dieser Erde. Ich habe auch die Freiheit, Gottes Nähe zuzulassen oder meine Kraft und Zuversicht auch ohne sein Zutun in mir zu spüren.
Mein Gott ist kein selbstverliebtes Wesen, das von mir ständig beachtet und angebetet werden will. Mein Gott ist einfach nur da. So wie die Sonne. Auch wenn sie im Moment hinter Wolken versteckt ist, so ist sie doch da…
Ich glaube
Schon vor einigen Monaten bin ich im Internet auf ein Interview gestoßen, das mit ein Auslöser für meine Frage nach der Existenz Gottes war. Ich habe das Interview für Euch hier (öffnet im selben Fenster/Tab) zum Nachlesen eingestellt.
Ich denke, der, den wir allgemein “Gott” nennen, mischt sich überhaupt nicht in unser Leben ein. Wir haben den freien Willen, Entscheidungen zu treffen. Wir haben die Freiheit zu entscheiden, wie unser Leben verläuft. Es liegt an uns allein, wie wir uns in bestimmten Situationen und Krisen verhalten.
Wir Menschen neigen leicht dazu, für Unrecht, Schicksalsschläge und Katastrophen andere dafür verantwortlich zu machen. Oder wir klagen Gott an. Dabei liegt die Verantwortung für mein Leben ganz allein bei mir!
- Gut, ich kann nichts dafür, ohne Arme geboren worden zu sein, aber es liegt an mir allein, ob mein Leben voller Sonnenschein oder voller Leid und Qualen verläuft.
- Meine Mutter wusste es wohl nicht besser als mich psychisch “klein” zu halten. Ich kann mich als erwachsener Mensch weiterhin mit einem Riesenpacken Minderwertigkeitsgefühlen herumplagen oder ich kann an mir arbeiten und auch innerlich erwachsen werden.
So kann jeder für sich selbst überlegen, ob für all das, was in seinem Leben schief läuft, andere schuldig sind. Gott hat mit der Misere, in der man steckt, nichts zu tun. Er ist einfach nur da und hört zu. Vorausgesetzt, es gibt ihn… Gott.
Illusion?
Stell Dir vor, Du stehst in der freien Natur mitten auf einer Wiese. Ein Orchester spielt den Wiener Walzer. Du schmiegst Dich in die Arme Deines Liebsten, der Dich im Takt des Walzers über die Wiesentanzfläche führt. Die Männer unter Euch stellen sich natürlich vor, die Liebste sanft in den starken Armen zu halten, um mit ihr zur Walzermusik über die Wiese zu schweben.
Jetzt stell Dir vor, Du stehst ganz allein auf der Wiese. Du schließst die Augen und hörst in Deinem Kopf den Wiener Walzer. Du fängst zu tanzen an. In Deiner Phantasie führt Dich Dein Liebster/führst Du die Liebste über die Tanzfläche. Du fühlst Dich glücklich und ausgelassen.
Nun kommt ein Spaziergänger vorbei. Was sieht er? Eine Person hat die Arme erhoben, wie wenn sie jemand zum Tanzen halten würde und tanzt im Walzerschritt über die Wiese. Der Spaziergänger sieht nur Dich, sonst niemanden. Und er hört nur die Vögel singen und die Grillen zirpen. Was mag er sich bei diesem Anblick denken?
Mir ging es heute im Gottesdienst wie dem Spaziergänger. Ich war auf der Empore und habe mir die Menschen, den Pfarrer, die Ministranten und die Erstkommunionkinder angeschaut. Die einen haben inbrünstig gebetet, andere haben die Formeln gedankenverloren heruntergeleiert, wieder andere waren mit irgend etwas oder jemand anderem beschäftigt. Die Situation war für alle gleich. Es kam keine Feuerzunge von der Decke, um die Betenden zu segnen, und die Unkonzentrierten und Zweifler wurden von keinem Blitz erschlagen.
Was, wenn es gar keinen Gott gibt? Brauchen wir ihn überhaupt? Gibt es Wunder und gottgewollte Strafen oder ist alles, was passiert, wissenschaftlich erklärbar und rein zufällig?
Den Gottesdienstablauf kenne ich auswendig. Auch die Gebete und einige Lieder. Ich gehe gern in die Messe, aber ich kann nicht mehr mitbeten. Ich käme mir vor, wie wenn ich ins Leere reden würde…
Guten Morgen!
Seit halb fünf bin ich wieder einmal auf. Tochter muß eben auch an Wochenenden zum Dienst antreten. Aber die Zeitumstellung, die spüre ich auf jeden Fall, wenn mich der Wecker so früh aus dem Bett wirft. Da hilft auch nicht, abends früh ins Bett zu gehen.
Gestern bin ich auch so früh aufgestanden.
Mittags hat mich mein Sohn genötigt
, ihn nach Böblingen zu begleiten, um ihn mit neuen Anziehsachen fürs Football einzudecken. Es hat geregnet und kalt war es auch noch. Aber was tut man nicht alles für die lieben
Nachher möchte ich wieder in den Gottesdienst gehen. Heute ist für einige katholische Kinder ein Festtag, die Erstkommunion. Die Mädchen sind dann gekleidet wie Bräute. Mit festlichen, weißen Kleidern und Kränzen oder Schleier auf dem Kopf. Sie sollen die Bräute Jesu sein. Und was ist mit den Buben? Sind sie die Trauzeugen oder welche Rolle spielen sie?
Jesus sagte, dass wir alle seine Schwestern und Brüder sind. Wie können wir dann aber seine Bräute sein? Wäre das nicht Inzest?
Natürlich ist das mit Jesus und seinen Bräuten nur als Sinnbild zu verstehen, wie es die Sippe W wunderbar erklärt. Mit der Braut sind nicht nur alle Mädchen und Frauen gemeint, sondern jeder Mensch, der sich zu Gott und dessen Sohn bekennt.
Draußen wird es im Moment immer trüber und grauer. Hoffentlich regnet es nachher nicht, wenn ich mich auf den Weg zur Kirche mache, denn der Regen könnte mich leicht dazu überreden, das Haus doch nicht zu verlassen…
Ups… es regnet. Naja, in drei Stunden kann es damit wieder aufgehört haben…
Kirche
Nachdem ich über Ostern nun doch keine rechte Lust darauf hatte, mich in die Kälte und Nässe zu stürzen, war ich demnach auch nicht in den Gottesdiensten. Aber heute habe ich mir keine Ausrede geduldet. Die Sonne lachte vom strahlend blauen Himmel und das Thermometer kletterte in den zweistelligen Bereich.
Nach dem Gottesdienst, der in unserer Gemeinde recht spät beginnt, nämlich erst um elf Uhr, war ich wieder einmal im nahegelegenen Exotischen Garten. Meine Digi habe ich schon in der Kirche dabei gehabt.
Eben bin ich wieder nach Hause gekommen. In meinem Gesicht habe ich einen leichten Sonnenbrand und mir ist gut warm. Kein Wunder, denn auf meinem schattigen Balkon hat es immerhin schon 21° – wie warm ist es dann erst in der Sonne?
Ich bin froh, dass ich noch spazieren gegangen bin, denn nun bezieht sich der Himmel mit immer mehr Schleierwolken.
Jetzt werde ich die Bilder von meiner Digi auf den PC ziehen und die schönsten werde ich Euch zeigen.
Nachtrag:
Eben stelle ich fest, dass die Überschrift mit diesem Eintrag kaum etwas zu tun hat. Oder doch? Es heißt ja, Gott findet man nicht nur in der Kirche, sondern er ist immer bei und mit uns.
Nur merke ich, dass ich in den letzten Jahren viel zu vielen Atheisten begegnet bin. Mit einem habe ich öfters über die Existenz oder auch Nichtexistenz Gottes diskutiert. Ich denke seitdem sehr oft über seine Argumente und Sichtweise nach und stelle fest, dass sie durchaus Hand und Fuß haben.
Ich bin auf der Suche nach Antworten. Ich suche auch in der Kirche, aber dort schaue ich mir die Gläubigen und höre mir die Worte und Gebete an und frage mich, was ich dort in der Messe mache, wenn es keinen Gott gibt.
Jesus hat gelebt und gewirkt, da besteht für mich kein Zweifel. Nur, war er wirklich Gottes Sohn oder war er einfach ein charismatischer, liebenswerter Spinner? Im Moment ist diese Frage für mich nicht wichtig. Wichtiger ist mir, was er den Menschen damals an Herzenswärme, Liebe und Hoffnung auf eine bessere Zukunft gegeben hat. Dass aus seinen Lehren gleich die Bibel für eine ganze Glaubensrichtung entsteht, hat er damals bestimmt nicht beabsichtigt. Er wollte mit der gesellschaftlichen Ordnung einfach nichts zu tun haben. Heute würde man ihn als Herumtreiber, Faulenzer und Tagträumer bezeichnen.


