Archiv: Dienstag, 17. März 2009
Schöner Moment, der 5.
Seit letzten Donnerstag fange ich im Kindergarten eine ganze Stunde früher an zu arbeiten. Dadurch begegne ich an der Bushaltestelle anderen Menschen.
Letzten Donnerstag hat mir eine Frau freundlich gegrüßt, sich aber im Bus separat von mir gesetzt. Nach einer Haltestelle kam der Straßenverkehr wegen eines eben passierten Unfalls zum Stehen und so kamen die Frau, die vor mir saß, und ich ins Gespräch. Da der Bus weder vorwärts noch rückwärts fahren konnte, habe ich mit meinem Handy im Kindergarten Bescheid gesagt, dass ich später käme. Die Frau bat mich, mit meinem Handy ihre Arbeitsstelle informieren zu dürfen.
Nachdem die Frau eine Haltestelle vor mir ausgestiegen war, bemerkte ich, dass sie ihre Handschuhe verloren hatte, aber ihr Bescheid sagen ging nicht mehr. Wie gut, dass sie zuvor mit meinem Handy telefoniert hatte – also habe ich mit der Wahlwiederholung Kontakt mit ihr aufgenommen. Sie hat, als ich am Mittag wieder auf dem Heimweg war, ihre Handschuhe in Empfang genommen.
Heute Morgen sind wir uns an der Bushaltestelle wieder begegnet. Die Frau hat sich bei mir nochmal wegen der Handschuhe bedankt und dazu gesagt, dass ihr unsere Unterhaltung letzte Woche sehr gefallen hat. Im Bus hat sie sich zu mir gesetzt und wir haben uns angeregt unterhalten.
Ich kann kaum beschreiben, was mir solche Begegnungen bedeuten. Vielleicht versuche ich es einmal in einem neuen Eintrag zu erklären.
Schöner Moment, der 2., 3. und 4.
Im Kindergarten gehe ich mit “meinen” Kindern in einen separaten Raum, um mit ihnen ungestört “arbeiten” zu können. Die Kinder freuen sich immer auf die Spiele mit mir. Die Schüchternen blühen richtig auf und machen eifrig mit. Das sind Momente, die mich ganz froh machen. Genauso froh wie der kleine Junge, mit dem ich nichts zu tun habe, der aber ausdrücklich mir unbedingt etwas zeigen muß. Jetzt sofort, ohne Aufschub. Froh macht es mich, wenn die Erzieherin diesen Jungen, weil er noch klein ist, an die Hand nimmt und mit ihm zu mir in den Raum kommt, damit der Kleine mir seinen Stoffhund zeigen kann.
Schöner Moment, der 1.
Früher musste ich immer feststellen, dass der Küchenmülleimer mal wieder voll war. Dann lag es an mir, die Tüte herauszunehmen und eins der Kinder damit zu beauftragen, den Müll hinaus zu bringen. Das geschah meistens mit großem Gemurre.
Heute Morgen hat meine Tochter eigenständig die volle Mülltüte aus dem Eimer genommen, zugeknotet und ihren Bruder, der im Begriff war, das Haus zu verlassen, gebeten, den Müll mitzunehmen. Und mein Sohn hat ihn ohne Gemaule entgegengenommen.
Hach, wie schön, erwachsene (=vernünftige) Kinder zu haben!
