Archiv: Mittwoch, 3. Dezember 2008
Entgegen kommen
Wieder einmal habe ich zu hören bekommen, dass ich auf Reaktionen der Kinder auf meine Behinderung schroff reagiert hätte. Man bat mich, den Kindern gegenüber mehr Verständnis zu zeigen. Nun stecke ich in einer Zwickmühle.
Ich weiß, dass ich gerade für die kleinen Kinder ein “Exot” bin. Hinzu kommt, dass ich gerade für die Kleinen ein absoluter Widerspruch bin. Dass man keine Hände – die meisten Kinder fragen mich nach meinen Händen, selten nach den Armen – hat, das geht in den Augen eines manchen Kindes überhaupt gar nicht, denn man braucht doch die Hände ständig. Manches Kind glaubt, ich würde scherzen und hätte meine Arme und Hände nur versteckt.
Andere kleine Kinder irritiert es, dass ich entgegen der üblichen Regelung meine Füße auf dem Tisch haben darf.
Seit ich denken kann, werde ich angegafft und auf meine Behinderung angesprochen. Und das nervt! Trotzdem bin ich stets bemüht, gerade den Kindern ruhig und geduldig entgegen zu treten. Mir fällt es nicht auf, wohl aber anderen, dass ich dennoch manchmal schroff reagiere. Dann werde ich zurechtgewiesen mit Äußerungen wie “Du als Behinderte musst doch damit rechnen, dass Kinder offen und neugierig fragen. Das sind doch Kinder, hab einfach mehr Verständnis für sie. Du musst das aushalten können.” So eine Äußerung empfinde ich als Respektlosigkeit mir gegenüber.
Nun meine Frage an Euch, meine Leser: Kann ich von den Eltern nicht erwarten, dass sie mich als Mensch wahrnehmen und respektieren und dies ihren Kindern vermitteln? In anderen Ländern wird dies gut umgesetzt. Ist es Euch auch schon aufgefallen, dass man im ausländischen Straßenbild viel häufiger auf behinderte Menschen trifft als hier in Deutschland? Im Ausland werde ich lange nicht so angestarrt und angesprochen wie hier in unserem Land. Darüber habe ich mich schon mit einigen nichtdeutschen Leuten unterhalten und sie haben mir erklärt, dass man zwar mit ihren Kindern über die Andersartigkeiten im menschlichen Aussehen oder Verhalten spricht, dass man aber den Kindern gleichzeitig vermittelt, auch diesen Menschen Respekt entgegenzubringen. Kinder können das sehr gut verstehen, denn sie alle haben irgendeine Eigenart, über die sie nicht gerne sprechen.
Um Euch einmal einen kleinen Einblick zu geben, was ich mit diesem Eintrag zu erklären versuche, bitte ich Euch, Euch in eine ganz bestimmte Situation in Eurer Kindheit hineinzuversetzen.
Welcher ist der allernervigste Satz, den ein Erwachsener einem Kind sagen kann? “Meine Güte, was bist duuu groooooß geworden! Als ich dich das letzte Mal gesehen habe, warst du noch sooooo klein!”
Stellt Euch das letzte Mal, als dies jemand zu Euch sagte, vor. Und nun versucht Euch zu erinnern, wie sehr es Euch genervt hat, diesen Satz schon wieder zu hören. Nicht schon wieder, dachtet Ihr damals, dabei weiß doch jedes Kind, dass Kinder wachsen.
Gebt mir bitte Feedbacks, ob Ihr verstehen könnt, was ich mit diesem Eintrag meine…
3. Dezember
Okay, heute habe ich für Euch wieder ein Rätsel, aber so wie ich Euch einschätze, ist auch dieses für Euch leicht zu knacken.
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Warum tragen die Förster grüne Hosenträger?
Na, wer weiß es? ![]()
