Archiv: Montag, 21. April 2008
Geburtstag auf tansanisch
Im vorherigen Eintrag habe ich Euch erzählt, dass ich gestern auf einem Geburtstag war. Nun möchte ich Euch dazu etwas mehr erzählen.
Ich war schon am Nachmittag dort, aber sowohl das Geburtstagskind als auch ihre Helfer waren mit Vorbereitungen beschäftigt. Also wurde ich in den Hof gesetzt und mit Getränken und gebratenen Bananenscheiben versorgt.
Die haben echt lecker geschmeckt!
Ich saß also da und habe die wärmende Sonne genossen. Und dann habe ich ein bisschen in der Umgebung fotografiert.
Die Wäsche hängt zum Trocknen über dem Zaun.
Ein Einkaufswagen steht herum.
Der Grill wartet auf seinen Einsatz.
Wir singen dem Geburtstagskind ein Ständchen, bevor es den Kuchen anschneidet.
Egal, was man in Ostafrika feiert (ich kann nur von Ostafrika berichten, denn in anderen Regionen Afrikas können die Sitten und Bräuche abweichend sein), es passiert immer in einem feierlichen Rahmen. Der Gastgeber hält eine Ansprache, heißt die Gäste willkommen und erklärt die Party als eröffnet mit einem gemeinsamen Mahl.
Meine Freundin (ich glaube, ich darf sie durchaus so nennen) wollte selbst nicht sprechen, also hat sie einen ihrer Freunde gebeten, die Begrüßungsrede für sie zu halten. Des weiteren wünschte sie ein gemeinsames Gebet und einen Bibeltext passend zu ihrem Geburtstag zu verlesen. Erst dann wurde das Buffet eröffnet. Was es alles zu essen gab… Reis, Hühnchen, Gemüse und Salate, Mandasi (so ähnlich wie unsere süddeutschen Berliner, auch bekannt als Faschingsküchle oder Krapfen, nur sind Mandasi kleiner und ohne aufgestreuten Zucker), Fladenbrot, gebackene Bananenscheiben… ich habe bestimmt einiges aufzuzählen vergessen.
Als alle satt waren, bat der Redner alle Gäste nach draußen für Gruppenfotos mit dem Geburtstagskind.
Danach wurden wir gebeten, dem Geburtstagskind ein Lied zu singen. Anschließend erhielt die Jubilarin die Anweisung, ihren Geburtstagskuchen anzuschneiden.
Ihr seht, nichts wird dem Zufall überlassen, jeder Schritt wird durch eine kleine Ansage eingeleitet. Für mich wirkt das Ganze dadurch etwas steif. Meine Sitznachbarin, aus Kenia stammend, hat mir bestätigt, dass jede Feier in diesem Schema abläuft.
Mir hat es mit all den netten und aufgeschlossenen Menschen sehr gefallen. Außer mir waren noch drei weitere Europäer da, die anderen kamen, was ich mitbekommen habe, aus Tansania, Kenia, und Kamerun. Sie alle studieren hier in Deutschland, doch manche von ihnen können kaum deutsch sprechen, weshalb hauptsächlich englisch geredet wurde. Man kann hier in Deutschland wohl auch Studiengänge in englischer Sprache belegen. Das wusste ich gar nicht.
Obwohl ich mich sehr wohl gefühlt habe, bin ich dennoch gleich nach dem Kuchen nach Hause gefahren. Ich bin eine alte Frau und brauche meinen Schönheitsschlaf.
Siku ya kuzaliwa
Der Titel dieses Eintrags ist suaheli und heißt Geburtstag. Ja, ich war gestern auf einem Geburtstag einer Freundin meiner tansanischen Schwägerin. Der Freundin bin ich schon ein paarmal begegnet, sie ist ebenfalls aus Tansania. Da ihr Deutsch nicht sehr gut ist, unterhalten wir uns eben auf englisch. Es ist allgemein üblich, sich mit Afrikanern auf englisch zu verständigen, denn sie fühlen sich darin wohler.
Anfangs, als die Freundin meiner Schwägerin und ich uns kennen lernten, waren wir sehr zurückhaltend, aber das Eis war schnell gebrochen. Inzwischen fällt sie mir bei jedem Wiedersehen herzlich um den Hals und ich bedaure es jedesmal, dass ich sie nicht genauso herzlich umarmen kann. Gleichzeitig weiß ich aber, dass sie weiß und es spürt, dass ich mich genau so wie sie über unser Wiedersehen freue.
Am Samstag nun hat mich meine Schwägerin angerufen, um mir die Einladung zum Geburtstag ihrer Freundin zu übermitteln. Darüber habe ich mich sehr gefreut.
Jetzt schaue ich einmal, wie die Bilder geworden sind, die meine Nichte Mbolle und ich gestern auf dem Geburtstag geschossen haben…





