Geburtstag auf tansanisch
Im vorherigen Eintrag habe ich Euch erzählt, dass ich gestern auf einem Geburtstag war. Nun möchte ich Euch dazu etwas mehr erzählen.
Ich war schon am Nachmittag dort, aber sowohl das Geburtstagskind als auch ihre Helfer waren mit Vorbereitungen beschäftigt. Also wurde ich in den Hof gesetzt und mit Getränken und gebratenen Bananenscheiben versorgt.
Die haben echt lecker geschmeckt!
Ich saß also da und habe die wärmende Sonne genossen. Und dann habe ich ein bisschen in der Umgebung fotografiert.
Die Wäsche hängt zum Trocknen über dem Zaun.
Ein Einkaufswagen steht herum.
Der Grill wartet auf seinen Einsatz.
Wir singen dem Geburtstagskind ein Ständchen, bevor es den Kuchen anschneidet.
Egal, was man in Ostafrika feiert (ich kann nur von Ostafrika berichten, denn in anderen Regionen Afrikas können die Sitten und Bräuche abweichend sein), es passiert immer in einem feierlichen Rahmen. Der Gastgeber hält eine Ansprache, heißt die Gäste willkommen und erklärt die Party als eröffnet mit einem gemeinsamen Mahl.
Meine Freundin (ich glaube, ich darf sie durchaus so nennen) wollte selbst nicht sprechen, also hat sie einen ihrer Freunde gebeten, die Begrüßungsrede für sie zu halten. Des weiteren wünschte sie ein gemeinsames Gebet und einen Bibeltext passend zu ihrem Geburtstag zu verlesen. Erst dann wurde das Buffet eröffnet. Was es alles zu essen gab… Reis, Hühnchen, Gemüse und Salate, Mandasi (so ähnlich wie unsere süddeutschen Berliner, auch bekannt als Faschingsküchle oder Krapfen, nur sind Mandasi kleiner und ohne aufgestreuten Zucker), Fladenbrot, gebackene Bananenscheiben… ich habe bestimmt einiges aufzuzählen vergessen.
Als alle satt waren, bat der Redner alle Gäste nach draußen für Gruppenfotos mit dem Geburtstagskind.
Danach wurden wir gebeten, dem Geburtstagskind ein Lied zu singen. Anschließend erhielt die Jubilarin die Anweisung, ihren Geburtstagskuchen anzuschneiden.
Ihr seht, nichts wird dem Zufall überlassen, jeder Schritt wird durch eine kleine Ansage eingeleitet. Für mich wirkt das Ganze dadurch etwas steif. Meine Sitznachbarin, aus Kenia stammend, hat mir bestätigt, dass jede Feier in diesem Schema abläuft.
Mir hat es mit all den netten und aufgeschlossenen Menschen sehr gefallen. Außer mir waren noch drei weitere Europäer da, die anderen kamen, was ich mitbekommen habe, aus Tansania, Kenia, und Kamerun. Sie alle studieren hier in Deutschland, doch manche von ihnen können kaum deutsch sprechen, weshalb hauptsächlich englisch geredet wurde. Man kann hier in Deutschland wohl auch Studiengänge in englischer Sprache belegen. Das wusste ich gar nicht.
Obwohl ich mich sehr wohl gefühlt habe, bin ich dennoch gleich nach dem Kuchen nach Hause gefahren. Ich bin eine alte Frau und brauche meinen Schönheitsschlaf.






Montag, 21. April 2008 um 14:44
Und warum schläfst Du dann nicht?
*gfg*
Gise grinst: Weil Du, liebes Schwesterlein, so viel Schönheit neben Dir nicht ertragen könntest…
Montag, 21. April 2008 um 16:38
Schönheitsschlaf könnt ich auch vertragen, oder einfach nur ruhen, aber mein Töchterlein lässt mich nicht…… heut hab ich zu nix Lust. Dabei scheint die Sonne….
LG Bonafilia
Gise sagt: Bei uns ist es trüb. Heute früh hat es Bindfäden geregnet. Lust habe ich auch zu nichts, aber meine Spülmaschine schreit nach Futter.
Ich komme zu Dir gefahren und nehme Deine Kleine mit auf einen Ausflug, dann kannst Du schlafen.
Geh mit ihr auf den Spielplatz, nimm Dir ein Buch mit. Hilft das nicht?
Montag, 21. April 2008 um 17:05
Studiengänge auf Englisch, ja geht, wenn man zum Beispiel in Siegen im Masterstudiengang Chemie sitzt, ist wohl so gut wie alles auf Englisch. Haben sie uns zumindest in der Infoveranstaltung gesagt. Dort sind auch erstaunlich viele aus Asien, manche sollten uns Versuche vorführen und erklären, ich habe mit ihnen gelitten, sie waren da so aufgeregt, ich hätte dabei auch keinen vollständigen Satz in einer mir doch eigentlich fremden Sprache hinbekommen. Andererseits hab ich mich schon gefragt, ob sie nicht eigentlich auch hier hin kommen, um Deutsch zu lernen?
Gise sagt: Viele wollen nach ihrem Studium in ihrer Heimat arbeiten. Fachkräfte sind dort echt gefragt und anstatt fremde Fachkräfte aus dem Ausland anzuwerben, freut sich die Industrie über jeden Einheimischen, der das Fachwissen aus dem Ausland mitbringt.
Dienstag, 22. April 2008 um 16:23
Da habe ich ja auch kein Problem mit und kann das auch nachvollziehen. Was ich mich da bloß gefragt habe, als das in der Infoveranstaltung gesagt wurde, warum der Studiengang auf Englisch? Ich mein, okay, erleichtert es ihnen sicher, wenn sie von wo anders kommen. Aber wenn ich jetzt in ein anderes Land gehe, um dort zu studieren, denke ich dann nicht gleichzeitig, dass ich dort auch die Sprache lernen möchte?
Gise sagt: Hmmm, Mary, wer in einer Fremdsprache studieren möchte, muß diese Sprache auch einigermaßen beherrschen. Und da Englisch eine Weltsprache ist, sprechen viele nichtdeutsche Studenten eben diese Sprache. Deutsch müssten sie erst lernen, bevor sie mit dem Studium beginnen könnten.
Und privat noch zusätzlich Deutsch lernen tun nur wenige. Der Tag ist eh angefüllt mit Studienprogramm und in der Freizeit trifft man sich dann mit Landsleuten oder solchen, mit denen man sich in der 1. Fremdsprache verständigen kann.
Es ist mit den ausländischen Studenten so wie mit den Deutschen, die im Ausland Urlaub machen, aber nur in deutsche Hotels einchecken und nur in deutschen Restaurants speisen.