Archiv: Samstag, 14. Juni 2008
Ungezieferhalsband
Minka war von Anfang an Freigängerin. Nach unserem ersten Umzug wurde sie aber etwas häuslicher. Es kam oft vor, dass sie wochenlang keine Lust darauf hatte, unsere Wohnung zu verlassen. Trotzdem habe ich jedes Frühjahr meiner Mietze ein Floh- und Zeckenhalsband umgehängt. Wer Tiere hat und sie mit solchen Dingern versorgt, weiß, wie sie stinken. Deshalb ging es mir nie gut dabei, wenn ich der Minka wieder einmal so ein Band um den Hals geschnallt habe. Ich habe mich jedesmal gefragt, ob die Giftstoffe im Halsband auf Dauer nicht auch der Katze schaden könnten.
Als ich nach meiner Trennung vom Exmann erneut umziehen musste, ging Minka noch weniger nach draußen. Also habe ich auf Ungezieferhalsbänder ganz verzichtet und der Katze die Zecke lieber direkt entfernt. Ich glaube, das musste nur zwei oder drei Mal sein.
Seit es Minka wieder gut geht, möchte sie auch wieder häufiger hinaus. Da habe ich den Tierarzt gefragt, was er von Ungezieferhalsbändern halte. Er sagte, ich solle Minka davon verschonen und lieber bei akutem Befall behandeln.
Von Pflanzen weiß ich, dass sie einen Duftstoff gegen Ungeziefer entwickeln.
Ich kenne Menschen, die unbarmherzig von Stechmücken heimgesucht werden, während andere von ihnen gemieden werden.
Demnach muß es also Stoffe im Körper eines Lebewesens geben, die lästige Plagegeister abwehren. Minka scheint mit solchen Stoffen versehen zu sein, denn seit ich hier in Stuttgart wohne, also seit knapp neun Jahren, hat meine Fellnase kein Ungezieferhalsband mehr. Zecken hat sie wie schon erwähnt nur zwei oder drei Mal gehabt, Flöhe noch gar nicht.
Auf der Suche nach einem geeigneten Ergänzungsfuttermittel für die Katze bin ich im Internet zufällig auf ein natürliches Abwehrmittel gegen Ungeziefer gestoßen:
Es wäre doch eine feine Sache, wenn man den armen Tieren die stinkenden – und mit Sicherheit auf Dauer gesundheitsbedenklichen – Halsbänder ersparen könnte. Ich werde jedenfalls meinen Tierarzt fragen, ob ich meiner nierenkranken Katze diese Tabletten ohne Bedenken geben darf…
Gute Werte
Am Montag Morgen war meine Minka hocherfreut darüber, dass sie von mir außertourlich ein paar Flocken Felix Crisp bekommen hat. Sie hat sich wohl gar nicht gewundert, warum ich die Flocken in ihre Tragetasche gekippt habe. Doch als ich meine Katze vollends in die Tasche geschoben habe, hat sie sofort ihre Bremskrallen reingehauen und kräftig den Rückwärtsgang einzulegen versucht. Ich glaube, ihr ist in diesem Moment ein ganzer Kronleuchter aufgegangen, aber ich kenne da keine Gnade. Ich habe beruhigend auf Minka eingeredet und die Tasche zu gemacht. Meine Katze war sauer. Und enttäuscht, was sie mit anklagenden Miaus kund getan hat.
Ohne Auto und ohne meine Kinder, die in der Schule beziehungsweise bei der Arbeit waren, bin ich mit der Mietz im grooooßen gelben Mercedes zum Tierarzt gefahren.
Dort hat Minka sich heftigst gegen das Blutabnehmen gewehrt. Die Helferin hat ihr ein Handtuch übergeworfen und das hat ein wenig etwas gebracht. Trotzdem hat die Tierärztin erst beim zweiten Stechen genügend Blut bekommen. Arme Mietz.
Gestern Nachmittag habe ich die Ergebnisse erfahren. Die Werte sind besser geworden. Irgendwie scheint der Tierarzt den Werten nicht zu trauen, denn er möchte die Minka für einen Kontrolltest nochmal in zwei Monaten sehen. Ich bin mir sicher, dass die Werte dann mindestens genauso gut, wenn nicht sogar noch besser sein werden.
Happy
Am Dienstag habe ich
- in Schwäbisch Gmünd die Fahrzeugpapiere von meiner Schwester abgeholt
- wieder zurück in Stuttgart das Auto zugelassen
- das Auto versichert
Meine Tochter, die täglich den ganzen Tag arbeitet, war ganz aus dem Häuschen aus lauter Vorfreude.
Am Mittwoch sind meine Tochter und ich gegen Abend mit dem Zug nach Gmünd gefahren, wo uns mein Vater abgeholt hat, um uns zu unserem Auto zu bringen. Nette Leute, von denen wir den Wagen übernommen haben. Sie haben ihn gut gepflegt, so dass er mit seinen elf Jahren gut in Schuss ist. Ich schaue einmal, dass ich heute ein Bild vom Auto (knallroter Opel Corsa) mache und hier poste.
Nachdem wir meiner Schwester und ihrer Familie den Kühlschrank leer gefuttert und den Corsa gezeigt haben, durfte meine Tochter endlich das Fahrzeug auf der B29 nach Stuttgart austesten.
Aber ehrlich… ich bemühe mich sehr, mich zurückzuhalten, doch letztendlich bremse ich meistens mit. Ihr kennt sicherlich solche Beifahrer (wenn Ihr es nicht selbst seid): “Die Ampel ist rot. – Du, der da vorn bremst!” Meine Tochter nervt es natürlich. Leider bekommt sie aber nicht mit, wie oft ich nichts sage. Doch ich gebe zu, dass mein Kind recht gut fährt. Auch rückwärts.
Am Donnerstag ist mein Mädchen gegen Abend zu ihrer Freundin gefahren, die nun in Künzelsau studiert. Von dort ist meine Tochter dann gestern Nachmittag wieder heil zu Hause angekommen.
Unser 1. Einkauf mit unserem eigenen Wagen – herrlich! Wir haben gleich Waschpulver und Getränke mitgenommen, was ich allein nie schleppen könnte.
Zeitgleich mit der Zulassung unseres Wagens kamen die Fahrgutscheine der Stadt Stuttgart. Die werde ich nun ungeöffnet wieder abgeben müssen…
Jetzt darf meine Tochter sich für all meine Taxidienste revanchieren, aber so wie ich mich kenne, werde ich mich sehr zurückhalten. Immerhin habe ich die Hoffnung auf ein eigenes Auto noch nicht aufgegeben. Ein entsprechender Antrag liegt nun dem Gericht vor…
