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Tränen der Rührung
Immer wieder erlebe ich Momente, in denen ich spüre, dass man mich mag, dass man sich freut, mich zu sehen, dass man mir gern zuhört, egal wie groß der Stuss ist, den ich meine zu reden.
Gestern war wieder einmal so ein Abend. Ich bin mit meiner Tochter und ihrem Begleiter zu einer großen Square dance Veranstaltung gefahren, die dieses Wochenende in Herrenberg stattfindet (*winke@Erika). So viele Umarmungen, von Weitem ein freudiges “Giiiiiisseeeeeeeeeee!” mit anschließend stürmischer Umarmung, viel Reden, Albern, Lachen, Planen… Ein Square dancer zieht demnächst um und man hat überlegt, wie dabei meine Hilfe aussehen könnte. Man weiß ja, dass ich meine Hände prinzipiell nicht aus den Taschen nehme.
Ein Vorschlag war, dass ich den Antreiber der Umzugshelfer mache. Ich plädierte fürs Schmieren von Butterbroten. Daraus entwickelte sich die ernsthafte Idee, dass ich für die Meute Chilli kochen werde.
Mancher von Euch wird sich nun fragen, warum ich das erzähle. Ist es nicht normal, beliebt zu sein oder angebotene Mithilfe anzunehmen?
Nun, wer schon lange in meinem Blog mitliest, ahnt oder weiß, was dahinter steckt. Ich höre immer noch, wie meine Eltern mir, als ich 14 war, eindringlich erklärten, dass ich niemals einen Mann bekommen würde, dass überhaupt kein Mensch sich mit Behinderten abgeben wolle. Diese Erklärungen haben mich dann bis dato begleitet und geprägt. Um keine Bestätigung der elterlichen Aussagen zu erhalten, habe ich Menschen kaum an mich herangelassen. Ich saß meist stumm da und wartete ab – und blieb einsam. Aha, meine Eltern hatten Recht, war meine Schlussfolgerung.
Doch in letzter Zeit reifte in mir die Idee, dass ich aktiv werden muss und dass ich mich meinen Mitmenschen durchaus zumuten darf. Jetzt bin ich “da draußen” viel mehr präsent, ich bin laut und ich bin frech. Ich kann aber auch leise und ernst sein, eben je nach Situation.
Ich muss nur noch lernen, gegen mich gerichtete Kritik als scherzhaftes Geplänkel zu verstehen oder einfach zu ignorieren. Nur eins darf ich auf keinen Fall… mich verunsichert wieder in mein Schneckenhaus zurückziehen.
Heute Mittag geht es weiter… ich freue mich jetzt schon wie ein kleines Kind auf das Christkind auf viele lachende, scherzende, erzählende, tanzende, liebevolle Begegnungen, auf bekannte Gesichter und neue Kontakte.
Euch lieben Lesern wünsche ich einen rundum schönen Samstag! ![]()
Ich bin glücklich, weil es Euch gibt!
Delle
Hätte ich gestern Abend nur mal auf meine Tochter gehört! Sie hat mir angeboten, mir etwas zu kochen, aber nein, ich wollte unbedingt schnell etwas vom bürgerlichen König (von mir frei
)
Der Fahrer, ein sehr junger Kerl, meinte, ich hätte ja auch ein bisschen schauen können. Hallo? Er fuhr los, als ich bereits hinter ihm war, dem Aufprall hätte ich gar nicht mehr ausweichen können! Außerdem war es allein seine Aufgabe, beim rückwärts Ausparken auf den fließenden Verkehr zu achten.
Wir waren uns einig, die Polizei zu rufen, die dem Kerl nach der Aufnahme des Unfalls ein Verwarnungsgeld von
Schon auf der Fahrt zu meiner Tochter gab es einen Beinahunfall. Ich bin auf der rechten Spur gefahren, da zog plötzlich das Auto links von mir direkt vor mir nach rechts, um auf den Parkplatz rechts neben mir zu fahren. Hätte ich nicht eine Vollbremsung hingelegt, wäre ich dem Idioten in die Seite reingebrettert. Auch ein Glück, dass hinter mir kein Auto war!
Mein armer Pascal muss nun in die Werkstatt. Ach, was heißt hier armer Pascal… arme Gise! Mein Auto wird mit Sicherheit für mehrere Tage in der Werkstatt verschwinden. Mir steht zwar ein Mietwagen zu, aber den gibt es nicht mit Fußlenkung. Aber ich glaube, ich hole mir trotzdem einen, den dann meine Tochter eben fährt…
An einem magischen Ort
Gestern wollte Engelbert in seinem Lichtblick wissen, ob wir schon einmal an einem magischen Ort gewesen seien. Da fiel mir doch gleich ein Baggersee ein, in dem ich vor
Im Jahr 1984 war ich in den USA. Ich war Gast in einer Familie in Kalifornien. Mark, der Sohn des Hauses, und ich sind fast jeden Tag in einem kleinen Baggersee schwimmen gegangen.
Einmal wollte er einen anderen See besuchen. Ich mag Seen und ich schwimme auch gerne in ihnen herum oder sonne mich am Ufer und so war ich begeistert, einen neuen See kennenlernen zu dürfen.
Schon bei der Ankunft dort fühlte ich mich irgendwie gruselig. Wir mussten vom Auto aus erst noch einige hundert Meter durch Gras zum Wasser gehen. Wir haben unsere Badebekleidung schon angehabt und unsere Klamotten im Auto gelassen. Außer uns war sonst keine Menschenseele zu sehen.
Während wir zum Wasser marschierten, setzten sich viele Fliegen auf uns. Es waren solche Fliegen, wie sie bei uns in den Stuben herumfliegen, Stubenfliegen eben. Aber… sie stachen uns! Mir war absolut nicht wohl, ich war kurz davor in Panik zu geraten. Doch endlich konnten wir ins Wasser und wurden somit die Fliegen wieder los.
Anstatt der erhofften Entspannung wurde es mir jedoch nur noch unheimlicher. Beim Schwimmen stieß ich mit meinen Füßen (ich schwimme fast senkrecht im Wasser) immer wieder gegen etwas Hartes, oder etwas Weiches wie Wasserpflanzen streifte an meinen Beinen vorbei. Ich stieß immer wieder leise Schreie des Erschreckens aus. Mark erzählte mir, dass der Baggersee früher ein Bergwerk war. Das Harte, was ich spürte, waren die Wege und Straßen, auf denen die Menschen und Fahrzeuge gingen und fuhren. Der Grund des Sees sei sehr zerkluftet mit vielen sehr tiefen Spalten, sagte er, darin läge garantiert die eine oder andere Leiche…
Mehr wollte ich nicht mehr hören. Beim Stichwort “Leiche” wuchs in mir die Angst, unter Wasser gezogen und ertränkt zu werden. Ich wollte diesen mir unheimlichen Ort schnellstmöglich verlassen! Ich dachte nur noch daran, schnell durch diesen Fliegenschwarm zu rennen und dann rein ins Auto und weg vom See! Doch die Fliegen ließen uns komplett in Ruhe. Mark gab mir die logische Erklärung: wir waren nicht mehr verschwitzt, sondern rochen nach dem See. Gut, wenigstens musste ich nicht noch einmal den Grusel erleben, wie scheinbar harmlose Stubenfliegen zu blutrünstigen Monstern mutierten.
Erst im Auto kam ich innerlich wieder zur Ruhe. Mark hat sich die ganze Zeit über köstlich amüsiert. Dabei bin ich mir auch heute noch sicher, dort am und im See die Gegenwart der Seelen von Verstorbenen gespürt zu haben…
Ich gebe Engelberts Frage an Euch weiter: Wart Ihr einmal an einem magischen Ort?
