Archiv: Freitag, 19. Juni 2009
Schülermobbing
Im Fernsehen hörte ich diese Woche einen Bericht über Mobbing an Schulen. Ich selbst wurde ebenfalls von meinen Klassenkameraden gequält. Damals dachte ich, dass ich an der ganzen Schule (Hauptschule) die Einzige sei, die man hänselte und quälte. Meinen Eltern und den Lehrern war dies bekannt und sie versuchten durch Gespräche mit den Schülern die Situation für mich zu verbessern, aber die Quälereien wurden immer grausamer. Zum Glück hatte ich so gute Noten, dass ich aufs Aufbaugymnasium wechseln konnte. Von da an hatte ich meine Ruhe.
Auch mein Sohn wurde Opfer von Hänseleien. Ich habe versucht, ihn mit lockeren Sprüchen den Rücken zu stärken, aber ob ich ihm wirklich eine Hilfe und Stütze war, weiß ich nicht.
Gestern kam eine Familie in den Kindergarten, nachdem sie vorher telefonisch erfahren hatte, wann ich dort arbeiten würde. Der Vater wollte sich bei mir ganz herzlich und persönlich bedanken, dass ich am Dienstag seinem – ich glaube 11-jährigen – Sohn im Linienbus das Leben gerettet hätte. Der Junge hatte den Busfahrer um Hilfe gebeten, weil Jugendliche ihm im Bus Schläge angedroht hätten. Der Busfahrer hat nur abgewunken und ich habe dem Jungen geraten, sich an seinen Lehrer zu wenden.
Gestern erfuhr ich vom Vater, dass sein Sohn, kaum aus dem Bus ausgestiegen, von den Jugendlichen hinter einem Gebüsch brutal zusammengeschlagen worden war, was einen zweitägigen Krankenhausaufenthalt nötig gemacht hatte.
Hätte ich das vorher gewusst, wäre ich mit dem Jungen ins Schulgebäude gegangen! Dem Jungen habe ich gestern gesagt, dass ich dies das nächste Mal auf jeden Fall tun würde! Aber der Vater will sich um den sicheren Schulweg seines Sohnes kümmern. Und darum, dass die Jugendlichen nicht ungeschoren davonkommen. Er hat nämlich in Erfahrung gebracht, wo diese herumlungern und dass sie erst jüngst eine alte Frau und eine Schwangere angegriffen hätten.
