Archiv: Dienstag, 8. Juli 2008
Umzüge
Es gibt Menschen, die sind an einem Ort geboren, dort aufgewachsen, haben dort geheiratet, Kinder bekommen und sterben dort auch. Es soll sogar Menschen geben, die aus ihrem Elternhaus noch nie herausgekommen sind oder nach kurzzeitiger Abwesenheit dorthin zurückkehren.
Es gibt aber auch Menschen, die ständig am Umziehen sind. Zu denen zähle ich auch mich, wobei ich jetzt doch schon sehr lange in dieser Wohnung hier lebe. Den Durchschnitt von etwa 4-5 Jahre in ein und derselben Wohnung habe ich schon weit überschritten.
| 1961 – 1963 | Straßdorf Ich bin im Haus meiner Oma geboren. Meine Eltern hatten dort unter dem Dach eine kleine Zweizimmerwohnung ohne Bad, aber wenigstens mit WC. Ein Jahr später kam dort im Ehebett auch mein Bruder zur Welt. |
| 1963 – 1968 | Waldstetten Mietwohnung mit zwei Kinderzimmern und Bad. Dort, ebenfalls im Elternschlafzimmer, erblickten noch ein Bruder und zum Schluss meine Schwester das Licht dieser Welt. Ich erinnere mich noch immer an den eeewiglangen Flur, in dem wir gerne hin und her rannten, Autos flitzen ließen oder Pferdlereiten spielten. Und an den riesengroßen Wasserboiler, der über der Badewanne hing, erinnere ich mich auch noch. Irgendwie hat er mir immer ein wenig Angst gemacht. In der Küche stand ein Herd, der mit Feuer betrieben wurde. |
| Straßdorf Zweifamilien-Doppelhaushälfte Nun war die Siedlung, in der meine Oma wohnte, die “alte Siedlung” und unser Haus stand in der “neuen Siedlung”. Das Haus meiner Oma wurde nach ihrem Tod im Jahre 1993 verkauft, während in unserem Haus immer noch mein Vater mit seiner Frau lebt. |
|
| 1977 – 1980 | Oberbettringen-Nordwest Nach der Trennung meiner Eltern zog meine Mutter mit uns vier Kindern in eine Mietwohnung mit fünf Zimmern. |
| 1980 – 1981 | Mögglingen Meine Mutter hat mit dem von meinem Vater ausbezahlten Geld und der Abfindung, die ich aufgrund des Conterganskandals erhalten habe, wieder ein Haus gebaut. Es sollte für mich sein, als Garant für einen unkündbaren Wohnsitz und als meine Altersvorsorge. Natürlich wollte meine Mutter mit im Haus wohnen und mich pflegen. |
| 1981 – 1985 | Esslingen Studentenwohnheim Diese Zeit dort hat mich sehr geprägt. Mein Zimmerchen habe ich geliebt und noch sehr lange nach dem Auszug vermisst. Gegen Ende meines Studiums habe ich geheiratet. |
| 1985 – 1990 | Esslingen Maisonette-Mietwohnung unter dem Dach, Aufzug, zwei Zimmer, Küche, Bad, Dachterrasse in einer neu errichteten Wohnanlage. Dort wurden wir Eltern eines süßen Mädchens. |
| 1990 – 1995 | Mögglingen Unsere Tochter sollte nicht allein aufwachsen und wir träumten von einem idyllischen Leben auf dem Lande. Also zogen wir in “mein” Haus ein. Meine Mutter nahm sich im gleichen Ort eine kleine Mietwohnung. Sie kam aber mit dem Lauf der Dinge nicht klar. Sie hätte gern eine Scheidung gesehen und dass ich mit meinem Kind und ihr in “ihrem” Haus lebe und sie sich um uns kümmern könne. Es kam zum Streit, der mich bewog, mit meiner Familie – inzwischen war auch unser Sohn geboren – wieder umzuziehen. |
| 1995 – 1999 | Steinenbronn Mietwohnung in einem ehemaligen Dorfschulhaus aus dem Jahre 1826! Die Wohnung hatte auf 110qm Wohnfläche fünf Zimmer, Bad, WC, Einbauküche mitsamt einer Spülmaschine und einen separaten Wirtschaftsraum, in dem meine Waschmaschine und mein Wäschetrockner standen. Aber wir hatten keinen Balkon, weder eine Garage noch einen Stellplatz und uns fehlten Stauräume im Keller oder auf dem Dachboden. 1998 trennte ich mich von meinem Mann und wir versuchten unseren Kindern zuliebe eine Art WG. Es ging aber nicht gut und so zog mein Mann aus, wobei er die Kündigungsfrist mißachtend sich von da an nicht mehr an der Miete beteiligte. |
| seit 1999 | Stuttgart Ich bin mit meinen zwei Kindern in eine kleine Dreizimmerwohnung in einer ruhigen Wohngegend auf den Fildern gezogen, wo wir noch heute leben. Dort habe ich einen langen Balkon, zwei Kellerräume, einen Dachbodenraum und eine Garage. Aber ich muß die zwei Etagen hoch zu meiner Wohnung Treppen steigen und ich habe Kehrwochen- und Schneeräumpflicht. Die Wohnanlage wurde in den 1950ern erbaut, mit viel Grünflächen herum, auf denen Kinder spielen und toben dürfen. |
Noch schwanke ich. Einerseits würde ich gerne endlich bleiben, aber andererseits hätte ich gerne eine moderne Wohnung mit dichten Fenstern, Heizkörpern, die ein Zimmer fast in eine Sauna verwandeln können, fließend heißem Wasser aus einer Heizanlage statt aus einem Durchlauferhitzer und einem Aufzug. Aber andererseits ist der Mietpreis dieser Wohnung so günstig wie sonst nirgends in Stuttgart…
Wollt Ihr mir von Euch erzählen? Seid Ihr jemals umgezogen? Wenn ja, wie oft und wie lange habt Ihr jeweils die Wohnungen bewohnt? Fühlt Ihr Euch wohl, da wo Ihr jetzt wohnt oder ist schon der nächste Umzug in Sicht?
Ihr könnt mir hier in den Kommentaren oder in Euerm eigenen Blog erzählen. Ich bin auf jeden Fall auf Eure Berichte neugierig
