Kabisa Gise – Blog

ganz und gar Gise

Kategorie: andere Kulturen

2008
Sonntag
13
Jul

Offen für Fremdes

Veröffentlicht von: Gise
um 22:19 Uhr

Am Freitag Nachmittag wurde Stuttgart von einem Gewitter mit heftigem Regen heimgesucht. Heute ist es grau und kühl da draußen und es hat immer wieder einmal geregnet. Aber gestern war es am Nachmittag doch recht sonnig und angenehm warm. Ideales Wetter, um das Afrika-Festival in Stuttgart-Süd zu besuchen.

afrikanische Ware auf dem Afrika-Festival 2008

Dort gab es viele Produkte aus Afrika zu kaufen. Natürlich habe ich ebenfalls zugeschlagen. ;)

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Auch in der Landeshauptstadt fahren die öffentlichen Verkehrsmittel an Wochenendabenden nicht mehr ganz so oft. Ich hatte die Wahl, entweder eine knappe Stunde auf meinen Bus zu warten oder sofort mit einem anderen Bus zu fahren und dann etwa zehn Minuten nach Hause zu laufen. Ich habe mich für die zweite Möglichkeit entschieden.

Dieser Bus fährt auch Asemwald an, dem flächenmäßig kleinsten Stadtteil von Stuttgart. Spontan habe ich beschlossen, dort auszusteigen und den Heimweg zu Fuß anzutreten. Natürlich würde ich nun länger als zehn Minuten brauchen, aber das nahm ich angesichts des milden und sonnigen Abends gern in Kauf.

Mir begegneten mehr Nacktschnecken als Spaziergänger.

Eine Nacktschnecke...

...ist unterwegs.

Dort oben auf der freien Fläche trifft man auf Fußgänger mit und ohne Hund, auf Radfahrer, Männer, Frauen, Kinder, aber sie alle haben eines gemeinsam – sie grüßen einen stets freundlich.

Hund und Frauchen

Dort oben zwischen all dem Mais, Getreide, Rüben und sonstigen Feldern gibt es an einer Kreuzung eine Gruppe von drei Bäumen. Ich glaube, es sind Linden. Darunter stehen ein paar Parkbänke mit Blick zum Flughafen, der neuen Messe und der Schwäbischen Alb. Dort haben sich gestern Abend ein Radfahrer und zwei Männer niedergelassen. Die beiden Männer, ich schätzte sie auf etwas jünger als ich, waren offenbar Freunde, die es sich dort mit ein paar Flaschen Bier gemütlich machen wollten.

Ich war schon an ihnen vorbei gegangen, da sprach mich einer der Beiden an, ob ich mit ihnen mittrinken wolle. Ich habe dankend abgelehnt, bin aber dennoch mit ihnen ins Gespräch gekommen. Sie wirkten alle beide sehr sympathisch auf mich.

Uns ging der Gesprächsstoff nicht aus und plötzlich saß ich doch bei ihnen auf der Bank und nuckelte an einer Bierflasche. So kam ich in den Genuss dieses wunderschönen Sonnenuntergangs.

Sonnenuntergang hinter Asemwald, Stuttgarts kleinstem Stadtteil

Hätte einer der beiden Herren nicht seinen letzten Bus verpassen dürfen, hätten wir sicherlich noch die ganze Nacht hindurch gequatscht und erzählt.

Die Bekanntschaft dieser netten Kerle hätte ich nie gemacht, hätte ich den Kopf und das Herz voller Vorurteile und Ängste gehabt. Aber so bin ich nun mal… ich gehe grundsätzlich offen und an das Gute im Menschen glaubend auf diese zu. Bis jetzt bin ich immer gut damit gefahren. :D

2008
Freitag
11
Jul

Afrika

Veröffentlicht von: Gise
um 11:47 Uhr

Sehen wir uns auf dem Afrika-Festival heute oder morgen?

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2008
Montag
21
Apr

Geburtstag auf tansanisch

Veröffentlicht von: Gise
um 12:28 Uhr

Im vorherigen Eintrag habe ich Euch erzählt, dass ich gestern auf einem Geburtstag war. Nun möchte ich Euch dazu etwas mehr erzählen.

Ich war schon am Nachmittag dort, aber sowohl das Geburtstagskind als auch ihre Helfer waren mit Vorbereitungen beschäftigt. Also wurde ich in den Hof gesetzt und mit Getränken und gebratenen Bananenscheiben versorgt.

gebratene Bananenscheiben

Die haben echt lecker geschmeckt!

Ich saß also da und habe die wärmende Sonne genossen. Und dann habe ich ein bisschen in der Umgebung fotografiert.

Die Wäsche hängt zum Trocknen über dem Zaun.

Wäsche zum Trocknen über den Zaun gehängt

Ein Einkaufswagen steht herum.

Einkaufswagen

Der Grill wartet auf seinen Einsatz.

Grill steht bereit

Wir singen dem Geburtstagskind ein Ständchen, bevor es den Kuchen anschneidet.

Geburtstagskuchen

Egal, was man in Ostafrika feiert (ich kann nur von Ostafrika berichten, denn in anderen Regionen Afrikas können die Sitten und Bräuche abweichend sein), es passiert immer in einem feierlichen Rahmen. Der Gastgeber hält eine Ansprache, heißt die Gäste willkommen und erklärt die Party als eröffnet mit einem gemeinsamen Mahl.

Meine Freundin (ich glaube, ich darf sie durchaus so nennen) wollte selbst nicht sprechen, also hat sie einen ihrer Freunde gebeten, die Begrüßungsrede für sie zu halten. Des weiteren wünschte sie ein gemeinsames Gebet und einen Bibeltext passend zu ihrem Geburtstag zu verlesen. Erst dann wurde das Buffet eröffnet. Was es alles zu essen gab… Reis, Hühnchen, Gemüse und Salate, Mandasi (so ähnlich wie unsere süddeutschen Berliner, auch bekannt als Faschingsküchle oder Krapfen, nur sind Mandasi kleiner und ohne aufgestreuten Zucker), Fladenbrot, gebackene Bananenscheiben… ich habe bestimmt einiges aufzuzählen vergessen.

Als alle satt waren, bat der Redner alle Gäste nach draußen für Gruppenfotos mit dem Geburtstagskind.

Danach wurden wir gebeten, dem Geburtstagskind ein Lied zu singen. Anschließend erhielt die Jubilarin die Anweisung, ihren Geburtstagskuchen anzuschneiden.

Ihr seht, nichts wird dem Zufall überlassen, jeder Schritt wird durch eine kleine Ansage eingeleitet. Für mich wirkt das Ganze dadurch etwas steif. Meine Sitznachbarin, aus Kenia stammend, hat mir bestätigt, dass jede Feier in diesem Schema abläuft.

Mir hat es mit all den netten und aufgeschlossenen Menschen sehr gefallen. Außer mir waren noch drei weitere Europäer da, die anderen kamen, was ich mitbekommen habe, aus Tansania, Kenia, und Kamerun. Sie alle studieren hier in Deutschland, doch manche von ihnen können kaum deutsch sprechen, weshalb hauptsächlich englisch geredet wurde. Man kann hier in Deutschland wohl auch Studiengänge in englischer Sprache belegen. Das wusste ich gar nicht.

Obwohl ich mich sehr wohl gefühlt habe, bin ich dennoch gleich nach dem Kuchen nach Hause gefahren. Ich bin eine alte Frau und brauche meinen Schönheitsschlaf. :lol:

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