Schnee
Es ist immer wieder erstaunlich, wie sehr der Verkehr in einer Stadt durch Neuschnee zum Erliegen kommt. Gestern zum Beispiel, da bin ich zehn Minuten früher als üblich aus dem Haus gegangen. Die Wege zum Bus sind nicht immer geräumt und gestreut. Trotzdem habe ich nicht länger gebraucht als sonst.
Dann sah ich meinen Bus kommen – fünf Minuten früher als der Fahrplan es vorsah. Ich frotzelte beim Busfahrer von wegen, ob die Uhr falsch ginge oder er von der schnellen Truppe sei. Der Busfahrer meinte ziemlich gereizt, dass er viel zu spät dran sei – eine knappe halbe Stunde. Uuups, dann würde “mein” Bus ja auch erst viel später als geplant ankommen.
Normalerweise steige ich an einem Knotenpunkt in Filderstadt in einen anderen Bus um, der mich direkt zum Kindergarten bringt. Aber auch der Bus, der mich nach Filderstadt bringt, fährt nahe am Kindergarten vorbei, ist jedoch vorher länger unterwegs.
Gestern aber habe ich auf das Umsteigen verzichtet und das war gut so – so viele Autos wie gestern unterwegs waren, habe ich selten auf dem Weg zu meiner Arbeit gesehen. Ach was, die Autos waren nicht unterwegs, sondern sie standen auf den Straßen herum. Und dazwischen waren eben auch die Linienbusse.

Rein statistisch gesehen sind doch jeden Morgen viele Menschen auf dem Weg zu ihrer Arbeit unterwegs. Die einen in ihren Autos, die anderen mit öffentlichen Verkehrsmitteln. Aber alle haben ihren mehr oder weniger festen Zeitplan und ihre feste Route. Trotz der vielen Autos läuft der Verkehr einigermaßen flüssig. Doch kaum liegt Schnee, scheinen plötzlich weitaus mehr Menschen als sonst unterwegs zu sein…
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