Kabisa Gise – Blog

ganz und gar Gise

2010
Freitag
2
Jul

Eine Woche

Veröffentlicht von: Gise
um 09:13 Uhr
 

Eine ganze Woche lang habe ich nun nichts gebloggt. Dabei ist es ja nicht so, dass in dieser einen Woche nichts passiert wäre. Ganz im Gegenteil, hier läuft nun manches etwas anders.

Aber ich will der Reihe nach erzählen.

Vor einer Woche, also letzten Freitag, da fand der Abiball für meinen Sohn und seine Kameraden statt. Ein Lebenskapitel ist nun beendet… die Schulzeit meiner Kinder.

Mein Sohn hat ein technisches Gymnasium besucht, was heißt, dass die Mehrzahl der Schüler dort männlich ist. In der Jahrgangsstufe meines Sohnes waren von 23 Schülern zwei weiblich. Und eins der beiden Mädchen hat ihr Abitur mit der Bestnote von 1,3 abgeschlossen. Über die Noten meines Sohnes wollen wir lieber nicht reden – die Hauptsache ist, dass er die Schule abgeschlossen und eine Zukunftsperspektive hat.

Der Sommer ist nun doch noch in unser Land gekommen und das finde ich einfach nur herrlich!

Für den Abiball meines Sohnes durfte ich in Leinfelden Mietgeschirr und -besteck abholen. Dazu fahre ich zwischen S-Möhringen und Leinfelden eine Straße entlang, die an Wiesen und Feldern vorbei führt. Auf solchen Straßen kann ich meine Augen niemals stur auf die Fahrbahn vor mir gerichtet halten. Im Gegenteil, ich muss ständig rechts und links von mir schauen, ob es da nicht etwas zum Fotografieren gibt.

So ist mir auf dem Weg zum Geschirr weit weg von der Straße ein langer, schmaler Streifen mit lila Blumen aufgefallen. Aber das war noch nichts Besonderes, denn diese lila Blumen (Bilder von ihnen folgen noch) blühen haufenweise auch in meiner Nähe. Das Besondere an diesem schmalen, lila Streifen waren die unterschiedlich gefärbten Klatschmohnblüten, die im Lila verteilt waren. Das sah wunderschön aus und das musste ich unbedingt fotografieren!

Auf dem Rückweg habe ich genauer Ausschau nach dem Feldweg gehalten, der mich an den Rand des Blumenfeldes bringen soll, aber es gab keinen.

Ich bin in den Tagen danach noch drei oder vier, vielleicht auch fünf Mal dorthin gefahren, immer auf der Suche nach dem Weg zu den Blumen. Die Nord-Süd-Straße ist jedoch wie eine Bundesstraße, sie führt von Stuttgart nach Leinfelden oder zur Autobahn, aber man hat überhaupt keine Möglichkeit, mitten auf der Strecke auf die Felder abzubiegen. Doch, eine Möglichkeit gab es, aber die Blumen wuchsen rechts von der Straße und abbiegen konnte ich nur links. Dort parken und zu Fuß über die Felder zu den Blumen stapfen ging nicht, denn da wäre ich ja stundenlang unterwegs gewesen.

Gugl Mäps hat mir auch nicht viel geholfen, denn das Blumenfeld war in meinem Kopf wie ein Puzzleteil, das noch nirgends ins Bild passte. So habe ich das Feld vom Ortsrand von S-Möhringen aus gesucht. Feldwege gab es zur Genüge, aber die Blumen waren nirgends zu sehen.

Irgendwann wusste ich, wo das Feld, dieses Puzzleteil im Gesamten zu finden ist und habe es auf der Karte von Gugl Mäps ausmachen können. Nun war es auch ein Leichtes, direkt zu den Blumen zu gelangen.

Jetzt habe ich die Bilder, aber sie sind nicht so geworden wie ich es mir vorgestellt habe.
1. Es war schon Abend, die Sonne ging am diesigen, leicht bewölkten Horizont unter.
2. Die Blumen waren schon am Verwelken.
3. Mit der Digi auf dem Stativ ist man blickwinkeltechnisch sehr eingeschränkt. In der horizontalen Ebene weniger, aber in der Höhe um so mehr. Wenn die Blumen dann auch noch fast so hoch wachsen wie das Stativ hoch ist, dann hat man Problem 4.
4. Im Hintergrund hat man oft irgendetwas auf dem Bild, das nicht natürlich gewachsen ist: Leitplanke der Nord-Süd-Straße, Strommast, Maschendrahtzaun, der das Blumenfeld auf der anderen Seite begrenzt.

Das Blumenfeld ist außerdem von anderen Feldern umringt. Um die Blumen zu fotografieren, musste ich durch ein Rübenfeld stapfen, was kein großes Problem war. Doch wenn ich Pech habe, ist dort, wo jetzt Rüben wachsen, nächstes Jahr ein Getreidefeld. In meinem Kalender habe ich jedenfalls Anfang Juni nächsten Jahres vermerkt, das Blumenfeld nochmals aufzusuchen…

Gestern ist mein Sohn ausgezogen, um das Fürchten das Kämpfen was auch immer zu lernen. Lernen wird er auf jeden Fall etwas, denn seit gestern macht mein kleiner Junge, mein Baby… (Gise schluchzt) …seinen Grundwehrdienst bei der Bundeswehr. Seit gestern wurde die Wehrdienstzeit von neun auf sechs Monate verkürzt. Zum Jahresende wird er wissen, ob er bei der Bundeswehr bleiben wird oder nicht. Wenn nicht, wird er sich an verschiedenen Universitäten mit Studiengang Informatik bewerben.

Aber wollt Ihr meine ganz ehrliche Meinung wissen? Ich bin froh, dass mein Sohn aus “Hotel Mama” ausgezogen ist. Jetzt habe ich das Wohnzimmer wieder für mich allein, denn hier hat er auch nachts geschlafen und tagsüber das Sofa nur für den Gang ins Bad oder in die Küche verlassen. Nein, ich gehe jetzt nicht ins Detail.

Zu dem Ganzen fällt mir ein Witz ein, den mir meine Schwester neulich erzählt hat:

Ein katholischer Pfarrer, ein evangelischer Priester und ein Rabbiner unterhielten sich darüber, wann denn das Leben beginnen würde.
Der Katholik sagte: “Das Leben beginnt mit der Zeugung.”
Der evangelische Geistliche meinte: “Das Leben beginnt mit der Geburt.”
Der Rabbiner war anderer Meinung: “Das Leben beginnt, wenn die Kinder aus dem Haus sind und der Hund gestorben ist.”

Ich finde, der Rabbiner hat soooo Recht!!! :mrgreen:

Gibt es sonst noch etwas, was ich Euch erzählen wollte? Im Moment fällt mir nichts ein, also gehe ich jetzt Wäsche waschen. Das wöchentliche Foto von der Hängenden Blau-Zeder möchte ich auch noch machen.

Dann macht es gut.
Wir lesen uns auf jeden Fall wieder. Die Frage ist nur, wann. :lol:

Dieser Beitrag wurde geschrieben am Freitag, 2. Juli 2010 um 09:13 Uhr und wurde abgelegt unter "dies & das, Familie". Du kannst die Kommentare verfolgen mit RSS 2.0. Du kannst hier einen Kommentar hinterlassen, oder einen Trackback senden von deiner eigenen Seite.

2 Kommentare

  1. genifee:

    Hallo liebe Gise,
    diesen Witz kenne ich in einer nöch härteren Variante:
    Ein katholischer Priester , ein evangelischer Pfarrer und ein Rabbiner unterhielten sich auf einer Bank im Park darüber, wann denn das Leben beginnen würde.
    Der Katholik sagte: “Das Leben beginnt mit der Zeugung.”
    Der evangelische Geistliche meinte: “Das Leben beginnt mit der Geburt.”
    Der Rabbiner war anderer Meinung: “Das Leben beginnt, wenn die Kinder aus dem Haus sind und der Hund gestorben ist.”
    Sie konnten sich nicht so recht einigen und beschlossen eine vorbeikommende Frau zu fragen,sie müsse es ja wohl am Besten wissen.
    Sie fragten die Frau und bekamen die Antwort:”Also,wenn Sie mich so fragen,
    mein Leben begann als mein Mann gestorben war.”

    Liebe Grüße

    Gise prustet: Booaah, der ist ja bös! Aber saugut! :mrgreen:

  2. isa:

    freu dich nicht zu früh vielleicht zieht er ja dann auch wieder ein. Mein Baby ist auch wieder zurückgepilgert, als die ersten Gehversuche nicht recht klappen wollten.
    Du hast jetzt so viel geblogt! Muss das wieder für eine Woche reichen? :mrgreen:

    Gise sagt: Jetzt weiß ich wieder, wer mir vom Sohn erzählt hat, der bei Muttern wieder eingezogen ist…
    Mein Sohn hat mir schon angekündigt, dass er nach der Grundausbildung, also in einem Viertel Jahr wieder hier wohnt, wenn das Wehramt wie geplant für ihn weitere Verwendung hier in Stuttgart hat.
    Mein Sohn hat auch festgestellt, dass er nach seiner Wehrpflicht durchaus hier in Stuttgart studieren und somit wieder in Hotel Mama wohnen kann. Aber diesmal werde ich ihm Regeln aufsetzen, denn anders halte ich es mit ihm nicht aus!
    Wenn mein Sohn durch und durch sein Vater ist, dann ist er überhaupt nicht in der Lage, für sich selbst zu sorgen…

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