Falsch gekleidet?
Am Samstag waren die Besucher des Technoclubs aufgerufen, in Jogginghosen zu erscheinen. Den DJ des Clubs kennt man nur in grauen, schlabberigen Jogginghosen.
Jedem Clubbesucher, der am Samstag in Jogginghosen erscheinen würde, hat man ein Dosenbier versprochen. Diesen Gag machte ich natürlich mit, obwohl meine beiden Technofreunde ankündigten, wie immer angezogen zu sein.
Samstag spätabends stand ich an der Bushaltestelle. In der Jogginghose. Ein merkwürdiges Gefühl. Zum Glück wartete ich allein auf den Bus. Ich war auch der einzige Fahrgast und dem Fahrer schien es egal gewesen zu sein, was ich anhatte.
In der U-Bahn kam ich mir dann noch blöder vor. Obwohl mich niemand schief anschaute, hatte ich dennoch das Gefühl, Fasching irgendwie verpeilt zu haben.
Beim Club angekommen hatte ich sehr stark das Gefühl, mich mit meinem Outfit zu blamieren. Eine Warteschlange von Clubgästen gab es nicht und die wenigen, die in den Club hineingehen wollten, hatten Jeans an. Genauso die Türsteher und die Mädels an der Kasse. Oh mein Gott, war die Aufforderung auf Facebook, in Jogginghosen zu kommen nur Verarsche? Was nun? Schnell wieder nach Hause fahren und voller Scham ins Bett verkriechen?
Nein! Ich beschloss, so zu tun, als ob es für mich das Normalste der Welt wäre, in einer mir viel zu weiten Jogginghose herumzulaufen. Dass der Aufruf doch ernst gemeint war, merkte ich, als der Türsteher mir eine Dose Bier in meine Tasche steckte.
Zum Glück war ich nicht die Einzige in Jogginghosen. Aber die allermeisten Gäste trugen doch ihre üblichen Ausgeh-Beinkleider. Dosenbier scheint kein gutes Lockmittel zu sein. Als Veranstalter hätte ich den Eintrittspreis erst einmal um fünf Euro erhöht – um ihn den Jogginghosenträgern um eben diese fünf Euro wieder zu erlassen. DAS hätte gezogen, da bin ich mir sicher!

Montag, 19. Dezember 2011 um 21:11
danke für die aufklärung, ich kannte den dresscode der techno-fans bis dato nicht!