Kabisa Gise – Blog

ganz und gar Gise

Archiv: August 2011

2011
Donnerstag
4
Aug

Abschied

Veröffentlicht von: Gise
um 10:56 Uhr

Ich danke Euch ganz herzlich für Euer Mitgefühl. Der plötzliche Tod meiner Mutter lässt mich nicht kalt, auch wenn ich jeden Kontakt zu ihr abgebrochen habe. Von daher tut es gut, von Euch seelischen Beistand zu erhalten.

Mit dem Bloggen habe ich damals begonnen, um meine Kindheit und meinen Konflikt mit meiner Mutter mit Eurer Hilfe aufzuarbeiten. Doch das Bloggen ist etwas ganz anderes als ein Tagebuch zu führen. Die Mittel, die mir nun zur Verfügung standen (eigene Websites zu erstellen, digital zu fotografieren und die Bilder noch am selben Tag einer Masse von Menschen zu zeigen, usw.) und die Möglichkeit, Menschen kennen zu lernen, drängten meinen Konflikt mit der Mutter total in den Hintergrund.

Vor etwa 15 Jahren habe ich den Kontakt zu meiner Mutter nach einer gerichtlichen Auseinandersetzung mit ihr komplett abgebrochen. Dass ich gegen meine eigene Mutter überhaupt klagen musste, war mir der Gipfel. Und danach ihr Gerede, dass mein Vater und mein damaliger Mann mich gegen sie aufgehetzt hätten, hat mir das Fass zum Überlaufen gebracht. Ich musste mich schützen, um nicht seelisch kaputt zu gehen.

Die ganzen Jahre über dachte ich immer wieder darüber nach, mit ihr wieder in Kontakt zu treten. Doch diesen Gedanken verwarf ich immer sofort wieder, denn ich hatte das Gefühl, dass sich an ihrem Bild von mir nichts geändert hätte.

Als meine Mutter Anfang des Jahres in ein Krankenhaus hier in Stuttgart kam, sah ich eine gute Möglichkeit, ihr auf neutralem Boden zu begegnen. Ich besuchte sie zwei oder drei Mal, doch mit jedem Besuch wurde ich wütender auf sie. Dass man in der Klinik bei ihr Schizophrenie mit Wahnvorstellungen feststellte, half mir nicht, ihr mit wenigstens neutralen Gefühlen gegenüber zu treten. Ich wollte, dass meine Mutter endlich aufhörte, in mir ein kleines, leicht manipulierbares Mädchen zu sehen, das vom Vater nur als Waffe im Krieg gegen sie losgeschickt würde.

Nach dem Krankenhausaufenthalt kam meine Mutter wieder nach Hause. Doch dort ließ sie sich wieder fallen und lag die meiste Zeit in ihrem Bett.

Zuvor in der Klinik ging es ihr gut. Sie war gut ansprechbar und knüpfte Kontakte zu Mitpatienten und Klinikpersonal. So dachten wir, dass sie im Seniorenheim gewiss wieder aufblühen würde. Aber leider nahm sie dort recht schnell ihre apathische Haltung wieder ein. Mehr noch, sie fühlte sich dort nicht sicher und hatte das Gefühl, dass man ihr nach dem Leben trachten würde.

Dass sie nun ohne Vorzeichen und ohne zu leiden einfach tot umfallen durfte, war sicherlich gut für sie. Ich hoffe, sie hat jetzt ihren Frieden gefunden – in mir breitet er sich langsam aus. Erst jetzt, da sie tot ist, lässt mein Groll gegen sie nach. Ich denke, nun kann ich ihr verzeihen, denn ich glaube fest daran, dass sie ohne die organisch-chemischen Prozesse im Hirn jetzt alles sieht und versteht, was in ihrem Leben schief – und auch, was gut – gelaufen ist…

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2011
Mittwoch
3
Aug

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Veröffentlicht von: Gise
um 11:32 Uhr

Heute Morgen ist meine Mutter während des Zähneputzens plötzlich verstorben.

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2011
Dienstag
2
Aug

Ganz dicht

Veröffentlicht von: Gise
um 22:27 Uhr

Meine Frauenärztin hat mir zu einer Knochendichtemessung geraten, zumal meine Mutter an Knochenschwund (Osteoporose) erkrankt ist. In ihrer Praxis kann die Knochendichte mit Hilfe von Ultraschall an der Ferse gemessen werden.

Anfang Juli, also vor etwa vier Wochen, habe ich für diese Messung 46 € bezahlt. Das Ergebnis war ein kleiner Papierstreifen, etwa so wie ein normaler Kassenbon aus dem Supermarkt, auf dem in einer schematischen Kurve meine Knochendichte dargestellt war. Sie befand sich im gelben Bereich, was aussagte, dass meine Knochen weniger dicht seien als meinem Alter entsprechend. Mit anderen Worten bedeutete es, dass meine Knochen bereits porös wären, aber noch im akzeptablen Bereich.

Mein Hausarzt konnte mit dem Papierstreifen und dem gelben Bereich nichts anfangen. Er wollte es genauer wissen und empfahl mir, eine CT vom Lendenwirbel machen zu lassen, denn nur dann erhielte er genaue Ergebnisse und Zahlen.

Heute war ich bei einer Radiologin. Dort hat mich die Knochendichtemessung sogar 52 € gekostet. (Vergesst es… die Krankenkassen bezahlen das nicht!). Doch das Ergebnis hat mich hoch erfreut… meine Knochen sind dichter als bei vergleichbaren Frauen. Ich weiß nicht, in welcher Maßeinheit die Knochendichte angegeben wird, aber in Zahlen dargestellt sind meine Knochen dichter (146) als die von normalen Frauen (121).

Warum ich dem Ultraschall an der Ferse nach schon etwas an Knochenschwund leide, hat man mir damit erklärt, dass die Knochen der weiblichen Fersen wegen der hohen Schuhabsätze eine andere Dichte haben als die anderen Knochen im Körper.

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