Kabisa Gise – Blog

ganz und gar Gise

Archiv: April 2011

2011
Donnerstag
28
Apr

Ferien

Veröffentlicht von: Gise
um 08:51 Uhr

Seit gestern Vormittag habe ich meine Nichte bei mir. Am späten Nachmittag haben wir zwei meinen Nachbarsjungen vom Schülerhort abgeholt und ihn mit zu mir genommen, bis seine Mutter nach Hause kam. Während meine Nachbarin und ich uns so unterhielten, fragte plötzlich der Junge, ob er auch bei mir übernachten dürfe. Na klar! ;)

Jetzt wird erst einmal gefrühstückt, dann fahren wir ins Dinomuseum.

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2011
Mittwoch
27
Apr

Geburtstagsfeier

Veröffentlicht von: Gise
um 10:38 Uhr

Ihr Lieben, ich danke Euch ganz herzlich für Eure aufmunternden Worte und Glückwünsche zu meinem 50. Geburtstag, die mich per Telefon, Handy, eMail, Post und persönlich erreichten – ich habe mich riesig gefreut!

Geplant war eigentlich keine Party, denn meine Schwester sollte ursprünglich wegen steinreicher Gallenblase über Ostern im Krankenhaus liegen, doch die Operation wurde nun verschoben.
Meine Tochter gab mir schon Anfang diesen Monats sehr deutlich zu verstehen, dass sie über Ostern in ihrer Studentenbude intensiv an ihrer Bachelorarbeit schreiben und somit nicht nach Hause kommen würde.
Und ich wurde 50. An Ostern. Schon immer wollte ich an einem Ostersonntag Geburtstag haben. Nun war es endlich so weit – und das sollte nicht gefeiert werden?

Am Samstag Morgen stand sie plötzlich im Wohnzimmer vor mir… in ihrem Nachtoutfit, müde und verschlafen… meine Tochter. Sie war in der Nacht nach Hause gekommen! Was habe ich mich gefreut!

Als meine Schwester mir von der verschobenen Gallensteineoperation erzählte, tröstete sie mich mit der Aussicht, dass wir ja zusammen ein kleines bisschen feiern könnten – wenn es ihre Schmerzen zulassen würden. Die ganz große Feier mit allen Verwandten und Freunden werde ich noch nachholen, denn meine Schwester darf dabei nicht fehlen.

Am Sonntag Mittag rief sie mich an: “Wir sehen uns dann um drei Uhr im OnTop!” Das ist mein Lieblingsbiergarten auf dem Killesberg. Ich hatte also noch zwei Stunden Zeit, um aus mir einen ansehnlichen Menschen zu machen.

Plötzlich hatte ich eine Idee. Ich rief Jeanie an und fragte sie, ob sie und ihre Kinder Zeit und Lust hätten, mit mir, meinen Kindern und meiner Schwester mit Familie zu feiern. Sie ist genauso spontan wie ich, müsst Ihr wissen. ;)

Um etwa halb vier Uhr kamen meine Kinder und ich endlich auf dem Killeberg an – und waren die Ersten! Doch nach und nach kamen meine Schwester mit Familie und dann Jeanie mit zwei ihrer Kinder.

Nun schaut selbst, wie weit man über Stuttgart schauen kann.

Blick über Stuttgart
Klick!

Das Bild entstand schon am 2. April, als meine Tochter eine unbändige Lust packte, mit ihrer Mutter den wunderbaren Frühlingstag und leckeres Abendessen im OnTop zu genießen.

Mit diesem Bild wollte ich nur testen, wie nah der Zoom meiner Digi das Riesenrad auf dem Cannstatter Frühlingsfest heranholen kann.

Cannstatter Frühlingsfest, dahinter das Neckarstadion
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Das merkwürdig eierige Teil hinter dem Riesenrad ist das Neckarstadion.

Ein Geburtstagspräsent des Hauses war dieses lecker angerichtete Eis nur für mich allein.

frische Erdbeeren mit Vanilleeis und Schlagsahne
Klick!

Für die Kinder gab es einen kleinen Osterteller mit Schokihasen und -eiern.

Als auch endlich Jeanie mit ihren Kindern angekommen war, gingen wir im Höhenpark Killesberg spazieren.

Danke Jeanie, dass Du den Mut hattest mit meiner Digi zu fotografieren, denn sonst hätte ich keine Bilder von diesem unbeschreiblich schönen Nachmittag mit Euch.

Die Blumenpracht im Höhenpark ist jedes Jahr eine Wucht, findet Ihr nicht auch?

Blumenpracht im Höhenpark Killesberg
Klick!

Im Höhenpark fahren an Sonn- und Feiertagen Kleinbahnen rund um die Anlage.
Hier üben meine und die Kinder meiner Schwester schon mal:
“Tsch tsch tsch tsch – tsch tsch tsch tsch – tuttuuuut.
Tsch tsch tsch tsch – tsch tsch tsch tsch – tuttuuuut.”

Meine und die Kinder meiner Schwester bilden einen Zug auf den Schienen.

Nun kommt aber das echte Bähnle angefahren.

eine der zwei Killesberger Dampfloks
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Im Tiergehege gibt es Ponynachwuchs zu bestaunen.

Ponyfohlen
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Im und am Teich findet man allerlei Federvieh, sogar Flamingos.

Flamingo
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Nein. Das ist nicht mein Sohn, der Jeanies Jüngsten den Enten zum Fraße vorwerfen will.

herumtollende Kinder am Teich

Normalerweise hätte ich das halbe Kind links im Bild “abgeschnitten”, aber das ist mein Neffe und so darf das Bild so bleiben, wie Jeanie es geschossen hat. Die beiden anderen Kinder sind meine Nichte und Jeanies Mittlere.

Der Spaziergang durch den Park ist so öde, dass meine Nichte sich vor den Zug wirft.

meine Nichte liegt auf dem Gleis

Wir haben ihr geraten, sich lieber hinter den Zug zu werfen, denn das ist nicht so schmerzhaft. Meine Nichte hat sich dann aber doch entschlossen, mit uns weiterzuschlendern. Eine gute Entscheidung, denn ich spendierte den Kindern eine schwäbische Erfrischung:

Meine Tochter und meine Nichte sprinten durch das Wasser.

Die Kinder rannten mit Begeisterung durch das Wasser. Dass sie dabei etwas nass wurden, war klar…

Mit einem letzten Blick über den Park verlassen wir diesen.

Blick auf den Staudengarten mit Springbrunnen
Klick!

Wieder im Biergarten OnTop angekommen lassen wir den Tag bei leckerem Abendessen ausklingen.

Tellerschnitzel mit Salat
Klick!

So ungefähr stelle ich mir ein Bloggertreffen vor. ;)

Ich habe meinem runden Geburtstag mit sehr gemischten Gefühlen entgegengeschaut, aber jetzt darf ich feststellen, dass er sehr, sehr schön, lustig, lecker und voller angenehmer Überraschungen war.

meine Gäste und ich auf einem Haufen
Klick!

Liebe Nichte, lieber Lieblingssohn, liebe Lieblingsschwester, lieber Neffe, liebe Lieblingstochter, lieber Schwager, liebe Jeanie und liebe Jeanie-Kinder, ich danke Euch von Herzen für diesen wunderbaren Nachmittag und Abend mit Euch!
Schee wars, gell?!

2011
Dienstag
26
Apr

3.000

Veröffentlicht von: Gise
um 21:56 Uhr

Hey Gabriela, zufällig sehe ich, dass Du den 3.000sten Kommentar abgegeben hast.


Klick!

Vielen Dank, Ihr lieben Leserinnen und Leser, dass es Euch gibt!

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2011
Montag
25
Apr

Gesundheits-Check

Veröffentlicht von: Gise
um 22:55 Uhr

Ich habe diese Tage Euch gegenüber angedeutet, dass ich am Montag schon am frühen Morgen bei meinem Hausarzt sein würde. Nun, mir wurde Blut abgenommen und die inneren Organe wurden via Ultraschall begutachtet. Außerdem habe ich in der Praxis einen Becher meines morgendlichen “Saftes” abgegeben.

Einer von mehreren Gründen für einen Hausarztwechsel war, dass mein vorheriger Doc Bedenken hatte, mir Blut aus dem Fuß zu nehmen: Trombosegefahr. Das hatte ich ja noch nie gehört! Meine Frauenärztin hat mir immer aus meinem Fuß Blut abgenommen und da war noch nie etwas passiert. Vor meiner letzten Ohrenoperation vor vier Jahren habe ich die Ärztin, die mir das Blut abzapfte, gefragt und sie sagte mir, dass ich am allerwenigsten trombosegefährdet sei, denn ich habe weder Krampfadern noch könnte ich, so wie sie mich erlebt hätte, meine Füße still halten.

Mein neuer Hausarzt schlug mir vorletzte Woche einen Gesundheits-Check vor. Dann kam seine Frage: Wo entnimmt man bei mir das Blut? Auf meine Antwort, ausm Fuß, äußerte er aber auch die Gefahr einer Trombose. Doch als ich ihm die zwei Punkte der Ärztin aus dem Krankenhaus nannte, war er schnell überzeugt. (Ich glaube, ich sollte mal darüber nachdenken, Medizin zu studieren. :mrgreen: )

Die Arzthelferin, die es gewohnt war, den Menschen Blut abzunehmen, war genauso aufgeregt wie ich. Doch sie war super! Ein Piekser neben dem Innenknöchel, der überhaupt nicht weh tat – und das Blut ist nur so herausgeflossen! Ach, was war die Arzthelferin glücklich!

Die Ultraschalluntersuchung hat ergeben, dass unter anderem meine Gallenblase und ich etwas gemeinsam haben: wir beide sind nicht steinreich. Auch die anderen Organe sind in Ordnung.

Das Blutbild zeigte keine Auffälligkeiten – ich bin kerngesund! ;)

Nur der Urin bestätigte, was ich schon vermutet hatte: meine Blasenentzündung war noch nicht ganz auskuriert, woraufhin ich ein stärker wirkendes Antibiotikum verschrieben bekommen habe. Heute Morgen habe ich die letzte Tablette geschluckt – und danach erst den Beipackzettel gelesen. Jetzt weiß ich, warum es mir am Samstag so übel ging. Auch gestern und heute ging es mir nicht gut, aber doch besser als am Samstag. Das werde ich meinem Arzt berichten. Ich denke, er sollte es erfahren, oder?

Der Gesundheits-Check hat mir doch eines klar bewiesen: ich bin nicht 50, sondern ein junger Hüpfer von… ich würde mal schätzen… 35 Jahren! :D

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2011
Sonntag
24
Apr

50

Veröffentlicht von: Gise
um 00:08 Uhr

Jetzt bin ich schon fünfzig Jahre alt – ein halbes Jahrhundert. Da meinte meine Nichte neulich dazu: “Booooh, ganz schön alt!”

Ich bin ehrlich… ich habe sehr große Probleme damit, schon sooo alt zu sein. Ich habe das Gefühl, die Jahre rennen davon und ich komme nicht hinterher, denn ich fühle mich eher wie höchstens Anfang vierzig. Wo ist die Zeit geblieben?

Dabei müsste ich stolz sein, die Fünfzig überhaupt erreicht zu haben. Unmittelbar nach meiner Geburt saß der Schock erst einmal tief. Immerhin war ich das erste Kind meiner Eltern, ein Wunschkind. Der Arzt, der bei der Geburt dabei war (ich habe in der elterlichen Wohnung das Licht der Welt erblickt), meinte, bei so einer schweren Mißbildung wäre die Natur gnädig und würde mich bald sterben lassen. Meine Oma mütterlicherseits hätte angeblich vorgeschlagen, mit einem Kissen auf meinem Gesicht mein Ende schneller herbeizuführen.

Es gab ja damals kein Internet und andere contergangeschädigte Babys gab es nicht in unserer Nähe. Meine Eltern zogen mich praktisch ohne fachkundige Hilfe groß. Ich besuchte zwar keinen Kindergarten, aber meine Mutter musste hart kämpfen, dass ich die Regelschule statt der Sonderschule für Lernbehinderte besuchen durfte.

Obwohl meine Eltern in mir immer ein behindertes Kind sahen, das ein Leben lang auf Hilfe von Anderen angewiesen sein würde, bin ich dennoch “normal” aufgewachsen. Mit drei Jahren war ich für ein halbes Jahr in einem Heim, wo ich lernte, meine Füße zu benutzen. Von da an war ich erst in der Lage, ohne fremde Hilfe zu essen und mir meine Oberteile anzuziehen. Bei den Hosen brauchte ich nach wie vor Hilfe.

Ich habe später das Gymnasium besucht, doch das Abitur wollte ich auf keinen Fall machen. Auf dem Arbeitsamt erfuhr ich von der Möglichkeit, an einer Fachhochschule zu studieren. Dies war das erste Mal, dass ich so einen gewaltigen Schritt, allein in einer fremden Stadt zu leben, um zu studieren, ohne mich beirren zu lassen, durchgesetzt habe. Meine Mutter hat damals bestimmt Panik geschoben, sie hat mir wie schon immer einzureden versucht, dass niemand sich mit einem Krüppel abgeben, geschweige denn so einem helfen wolle. Aber ich dachte nur, dass es irgendwie nicht passen würde, dass Menschen, die Sozialpädagogik studieren wollen, nicht bereit wären, mir zu helfen.

Kurzum: Ich habe während der Studentenzeit gelernt, komplett ohne fremde Hilfe auszukommen.
Ich habe geheiratet, zwei Kinder geboren und groß gezogen, habe die Scheidung eingereicht und ich habe immer mehr begriffen, dass ich wert-voll, liebens-wert und durchaus attraktiv bin. Von meiner Mutter hörte ich ständig, dass ich geistig behindert und hässlich wäre.

Heute schaue ich also auf fünfzig Jahre meines Lebens zurück. Ich bin stolz auf das, was ich erreicht habe, aber andererseits habe ich das Gefühl, etwas verpasst zu haben. Die Jahre sind so rasend schnell vergangen und ich hätte gerne mehr erreicht und mehr erlebt. Doch ich musste erst mich finden, mein Selbstbewusstsein und mein Selbstwertgefühl aufbauen und erkämpfen, nebenher Kinder großziehen und arbeiten gehen.

ich bin jetzt fünfzig Jahre alt. Manchmal denke ich “erst fünfzig”, manchmal ist es mir aber auch wie “schon fünfzig”. Je nachdem, ob ich in die Vergangenheit oder in die Zukunft schaue. Aber egal, wie ich es sehe, eins sehe ich ganz deutlich, so wie Gott, als er die Erde erschuf:

Ich schaue auf mich, meine Leistungen und Erfolge, aber auch auf meine Niederlagen und Verzweiflungen und ich sehe, dass es gut ist wie es ist. Und ich schaue gespannt und optimistisch den nächsten zehn, zwanzig, dreißig… Jahren entgegen.

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