Archiv: Februar 2011
Jetzt etwas ausführlicher
So, jetzt nehme ich mir die Zeit, Euch mit Neuigkeiten aus meinem Leben zu versorgen. Nachher hole ich die Kleine wieder von ihrem Kindergarten ab und da widme ich meine ganze Aufmerksamkeit nur dem Kinde.
Fangen wir mit meiner Mutter an. Ich denke, ich habe mein Verhältnis zu ihr auf die zu leichte Schulter genommen, denn ich habe inzwischen festgestellt, dass ich seeehr nachtragend bin. Nein, ich kann ihr nicht verzeihen. Da ich nicht das Gefühl habe, dass sie zu einer Aussprache mit mir bereit ist, werde ich therapeutische Hilfe suchen. Den ersten Schritt dahin habe ich schon getan.
Besuchen werde ich sie nur dann und wann einmal. So oft wie nötig, aber so selten wie möglich. Sollten meine Besuche bei ihr mich zu sehr mitnehmen, werde ich mir die Freiheit nehmen, den Kontakt zu ihr wieder ganz abzubrechen…

Das vorletzte Wochenende habe ich in Berlin verbracht. Bei meiner Nichte und ihrer Mama. Geplant war, dass meine Schwägerin und ich uns unter anderem ins samstägliche Nachtleben stürzen, aber das Shoppen von Schuhen und sonstiges am Nachmittag hat uns vorzeitig müde werden lassen. Dafür sind wir eben am Sonntag in die Kirche gegangen. Dort konnte man fast genauso gut zu rhythmischen Klängen wippen und klatschen und nach der Messe saß ich mit fremden Menschen zusammen und plauderte mit ihnen als ob wir das schon immer so gemacht hätten.
Nach Berlin geflogen bin ich an dem Freitag schon ganz früh am Morgen. Es war kalt, alles war mit Reif überzogen und ich hatte irgendwie Angst zu fliegen. Was, wenn der Flieger wegen gefrorener Tragflächen abstürzen würde? Mir ging es an jenem Morgen psychisch eh nicht gut, mir war eher zum Heulen denn zum Lachen zumute.
Mir kamen schon immer ein paar Tränchen in die Augen, sobald der Flieger zum Abheben beschleunigte. Ich kann das Gefühl, das ich beim Flugstart habe, kaum beschreiben. Es ist eine Mischung aus Glücksgefühl, dass wir Menschen technisch in der Lage sind zu fliegen und der Angst abzustürzen. Mein seelisches Gleichgewicht habe ich aber jedes Mal wieder, sobald das Flugzeug nicht mehr so steil nach oben geht.
Diesmal war es anders. Ich habe regelrecht geheult. Zwar stumm und neben mir saß niemand, was mir recht war, aber peinlich war es mir dennoch, wie mir die Tränen nur so die Wangen hinunter liefen. Doch dann, wie gehabt, hat das Weinen wieder aufgehört, sobald das Flugzeug in die Waagerechte schwenkte. In mir beschlich sich das Gefühl, dass ich anfange, an Flugangst zu leiden.
Die Landung hatte es aber auch in sich. Ich schwöre Euch… in Berlin hat man den Luftraum mit Pflastersteinen belegt, so sehr hat es beim Landeanflug geruckelt. Der Flieger war schnell und setzte so hart auf, dass er noch einmal hochhüpfte. In mir stieg wieder die Angst hoch und ich beschloss, nach Hause den Flug verfallen zu lassen und stattdessen mit der Bahn zu fahren.
Berlin begrüßte mich mit kräftigem Wind und Schneeregen. Igitt. Das ganze Wochenende über hat der Wind heftig geblasen und es fiel öfters mal feiner Regen. Erst am Montag wurde das Wetter besser, aber da bin ich eh wieder nach Hause… geflogen. Diesmal war der Flug ruhig und mein Gefühlschaos hielt sich wie üblich im gewohnten Rahmen.
Stuttgart hat mich mit Sonnenschein satt und warmer Luft begrüßt. Dieses Wetter hat wohl das gesamte Wochenende über über Süddeutschland geherrscht. Da habe ich wettermäßig echt was verpasst! Am Dienstag hat es nämlich wieder geregnet, als ich mit meiner Arbeit im Kindergarten fertig war.
Tel Aviv… ääääh… c’est la vie!

Am Samstag Vormittag ist meine Nachbarin mit ihren beiden Kindern in die Kinderklinik gefahren, weil der Große über Bauchweh klagte und hohes Fieber hatte. Am Abend rief sie mich an (so lange saßen sie in der Ambulanz fest), um mir mitzuteilen, dass der Junge für weitere Untersuchungen stationär aufgenommen werden müsse. Ich habe die Kleine abgeholt und mit ihr bei ihr zu Hause übernachtet. So kam es, dass ich nun wieder eine Mutterrolle übernommen habe. Ich bin nun jede Nacht mit der Kleinen bei der Nachbarin, damit die Maus in ihrer gewohnten Umgebung ist. Tagsüber bin ich bei mir zu Hause, um meine Angelegenheiten zu erledigen. Wann ihr Bruder mit der Mutter wieder nach Hause darf, steht noch in den Sternen, denn er hat nach wie vor Fieber.
So, jetzt gehe ich die kleine Maus vom Kindergarten abholen. Sie ist echt eine Süße. Ich bin froh und dankbar, dass sie mir vertraut und sich von mir bereitwillig ver- und umsorgen lässt.
Kurzmeldung
Ihr Lieben, vielen Dank für Eure Nachfrage: mir geht es gut, aber seit gestern bin ich voll für eine kleine Zaubermaus verantwortlich. Ihr Bruder musste notfallmäßig in die Klinik und seine Mutter ist mit ihm aufgenommen worden.
Ich melde mich morgen wieder, die Kleine mache ich jetzt so langsam bettfertig.
