Archiv: Dezember 2010
Täuschend echt
Eben beim Einkaufen sah ich eine Babytrage in einem Einkaufswagen. Ich kann da selten anders, ich muss mir das Baby anschauen. Doch irgendwie stimmte mit diesem Säugling etwas nicht, es sah so eigenartig aus. Es war klitzeklein, aber goldig. Nur… sooo klein…
Meine Tochter war ein Kaiserschnittbaby, nur 48 Zentimeter klein und ein bildhübsches Püppchen. Diesen Namen hatte sie in der Klinik weg… Pupp’.
Doch das Baby im Einkaufswagen schien mir viel kleiner zu sein.
Eins der drei Mädchen mit dem Baby hat mir dann verraten, dass es nur eine Puppe ist. Die Mädchen hatten eine Freude damit, die Menschen hereinzulegen.
Seid Ihr auch schon auf so ein täuschend echt aussehendes Baby hereingefallen?
Wichtel
Es ist fast schon Tradition, dass Engelbert zu Beginn der Adventszeit zum Wichteln aufruft. Da sich sehr, sehr viele Menschen zum Mitmachen melden, wird die Teilnehmerzahl auf “nur”
Ich hatte Glück, dass ich noch mit auf die Liste kam, denn ich habe mich erst nach ein paar Tagen gemeldet.
Traditionsgemäß packen alle Bewichtelten ihre Geschenke am 2. Weihnachtstag aus und berichten anonymisiert in Engelberts Kalenderblatt über die erhaltenen Gaben.
Von meinem Wichtel habe ich ein Taschenbuch “Weihnachten der Elche” bekommen. Ich freue mich schon aufs Lesen, denn das Buch ist voller Weihnachts- und Wintergeschichten aus Skandinavien.
Das war aber nicht alles. Im Umschlag war auch noch eine kleine Schachtel mit der Aufschrift “änglaspel”. Ich liebe Kerzen und ich liebe alles, was sich über einer Kerze oder im Wind bewegt und dreht.
Danke, mein Wichtel, ich habe mich über Deine Geschenke riesig gefreut!
Da die Wichtelaktion eine geheime Sache ist, kenne ich meinen Wichtel nicht.
Zum Wichteln gehört ja nicht nur, dass man ein kleines Geschenk bekommt, sondern auch, dass man im Gegenzug einem anderen Teilnehmer eine Kleinigkeit schickt.
Was ich als Wichtelgeschenk ausgesucht habe, verrate ich nicht, denn wer weiß… vielleicht liest die von mir Beschenkte hier in meinem Blog mit…
Wenn Engelbert wieder einmal zum Wichteln aufrufen sollte, bin ich auf jeden Fall auch dabei.
Weihnachten
Die Weihnachtszeit ist noch nicht vorbei – sie endet erst am 6. Januar beziehungsweise am 2. Februar. Also kann ich noch ein wenig über mein Weihnachtsfest erzählen.
Meine Kinder und ich haben uns am Heiligen Abend keinen Stress gemacht. Ich war noch am Vormittag die Zutaten für unser Abendessen vor der Bescherung und noch ein paar Kleinigkeiten, um an den Feiertagen nicht zu verhungern, einkaufen. Erwartet habe ich einen von missmutigen Menschen überfüllten Supermarkt, aber ich konnte total entspannt durch das Warenhaus flanieren und an der Kasse waren vor mir zwei oder drei Leute mit wenig Ware.
Irgendwann am Nachmittag habe ich die Kartoffeln für den Kartoffelsalat gekocht, mein Sohn hat sie anschließend geschält und meine Tochter hat aus ihnen einen leckeren Salat gezaubert. Dazu gab es noch einen Gurkensalat und “Soidawirschdla” (= Wiener Würstchen).
Unser Heiligabendmenü wird traditionell mit einer einfachen Bohnensuppe eröffnet. Weiter geht es mit Kartoffelsalat und Saitenwürstchen, doch jedes Jahr gibt es einen oder zwei andere Salate dazu. Zum Nachtisch bekommen meine Kinder selbst geschlagenes “Musmus”, sprich: Mousse au Chocolat. Mir ist es zu süß, aber zweidrei Löffel voll esse ich dennoch.
Danach die Bescherung:
Auf meinem Gabentisch durfte ich ein Headset zum Skypen, eine Halskette nebst Kreolen, die ich mir ohne fremde Hilfe an die Ohren hängen kann, selbstgebackene Guatsla (Plätzchen), Oolong Tee Chili Jasmin, zwei CDs mit Hörspielen (der weiße Kartonumschlag war also nicht leer
), ein Diddle-Kaffeebecher, eine weißblühende Amaryllis und eine Schachtel Mon Chéri auspacken… alles Geschenke, über die ich mich sehr gefreut habe.
Nach der Bescherung haben meine Kinder und ich bis kurz nach Mitternacht Rommé gespielt. Soll ich noch erwähnen, dass meine Tochter zuerst drei oder vier Mal in Folge aus gemacht hat, ich dagegen hohe Schlechtpunkte sammelte? Doch dann katapultierte ich mich mit einem einzigen Hand-Rommé auf den ersten Platz. ![]()
Doch meine Kinder wären nicht meine Kinder, wenn sie nicht verlieren könnten. Wir hatten einen rundum harmonischen und lustigen Heiligen Abend.
Am 1. Weihnachtsfeiertag waren wir bei meiner Schwester zum Mittagessen eingeladen und zum Kaffeetrinken habe ich uns bei meinem Vater angekündigt. Ich bin immer wieder begeistert, wie sehr meine Kinder die Besuche bei ihren Verwandten schätzen und genießen. Sie lassen sich davon auch nicht vom heftigen Schneefall abhalten.
Gestern um die Mittagszeit klingelte das Telefon: Jeanie fragte, ob ich Lust hätte, mit ihr und ihrem Hund um den Buxheimer Weiher zu spazieren. Natürlich hatte ich Lust! Nach eineinhalb Tagen des ununterbrochenen Schneefalls schien gestern die Sonne vom nahezu wolkenlos blauen Himmel und ich wollte die schneeversunkene Welt irgendwo da draußen fotografieren. Da ich aber keinen Plan hatte, wohin ich fahren können hätte, kam mir Jeanies Einladung gerade recht. Wir rechneten mit einer Fahrzeit von maximal eineinhalb Stunden, doch wir unterschätzten die Reisefreudigkeit der Menschen am 2. Weihnachtsfeiertag bei Sonnenschein durch eine wundervoll weiße Winterlandschaft. Gerade auf meiner Strecke ging es sowohl auf der A8 von Mühlhausen nach Merklingen als auch auf der A7 von Ulm nach Memmingen die meiste Zeit nur im Schritttempo bis gar nicht vorwärts. Wollt Ihr raten, wie lange ich gestern bis Memmingen gebraucht habe?
Abends um halb sieben Uhr landete ich endlich in Memmingen – nach fünfeinhalb Stunden Fahrt! Ich schweige mich lieber darüber aus, dass ich nach der Ausfahrt Memmingen-Ost Ausschau hielt, doch weil es die gar nicht gibt, war ich plötzlich auf dem Weg nach Lindau. In Aitrach habe ich gewendet.
Endlich in Memmingen angekommen, wusste ich plötzlich nicht mehr weiter. In solchen Situationen bin ich jedesmal dem Erfinder des mobilen Telefonierens dankbar – Jeanie hat mich nur fünf Minuten nach meinem Hilfeschrei eingesammelt.
Es war für uns beide selbstredend, dass ich nach dieser langen Fahrt bei Jeanie übernachten würde. Heute Vormittag haben wir den versäumten Spaziergang um den Buxheimer Weiher nachgeholt. Ein Traum! Ich sage Euch, EIN TRAAAAUUUUMMM!!!!
Die Bilder werde ich Euch in den nächsten Tagen zeigen.
Wie war Euer Weihnachten?
Frohes Fest!
Zeit haben
Alles hat seine Zeit
und jegliches Vornehmen
unter dem Himmel seine Stunde.
Geborenwerden hat seine Zeit, und Sterben hat seine Zeit;
Pflanzen hat seine Zeit, und Gepflanztes ausreißen hat seine Zeit.
Töten hat seine Zeit, und Heilen hat seine Zeit;
Zerstören hat seine Zeit, und Bauen hat seine Zeit.
Weinen hat seine Zeit, und Lachen hat seine Zeit;
Klagen hat seine Zeit, und Tanzen hat seine Zeit.
Prediger Salomo 3,1-4

Ich wünsche allen meinen Lesern
ein gesegnetes Weihnachtsfest
voller Harmonie
und Liebe.
Endspurt
Ich danke Euch für Eure Anteilnahme, sie tut gut.
Gut tat mir auch das gestrige Gespräch mit meinem Onkel. Er hat mich angerufen, um mir vom Abschied von meiner Tante zu berichten. Ihr Wunsch war eine stille Beisetzung im engsten Familienkreis und so wird es auch geschehen.
Mein Onkel hat mir das schlechte Gewissen genommen, mich viele Jahre nicht um meine Verwandten gekümmert zu haben. Zuerst waren es familiäre Umstände, die Kontakte zu ihnen nicht zugelassen haben, dann war es mein eigenes pulsierendes Leben, das mir scheinbar keine Zeit ließ, mich um meine Verwandten zu kümmern.
Im Herbst 2009 haben meine Schwester und ich es geschafft, diese eine Tante und den Onkel zu besuchen. Doch damals schon wütete der Krebs im Körper meiner Tante. Wir wussten von der Krankheit, aber meine Tante hat sich nicht anmerken lassen, wie schlecht es ihr ging. Mein Onkel meinte gestern zu mir, dass danach das langsame und qualvolle Sterben erst richtig begonnen hätte, so dass der Tod letztendlich eine Erlösung war. Möge sie nun in Frieden ruhen. Ich bete für sie.

Morgen ist der Heilige Abend, den ich mit meinen beiden Kindern verbringen werde. Vorher muss ich hier noch aufräumen. Es ist mein Zeugs, das ich von den Tischen entfernen muss, dabei kann mir niemand helfen. Wir müssen auch noch einkaufen, ansonsten fällt das Weihnachtsessen eher mager aus. Den Einkauf werden wir wohl erst heute Abend oder morgen erledigen können, denn heute Nachmittag hüte ich den Nachbarsjungen. Oder ich fahre nachher allein einkaufen, denn meine Tochter ist heute Vormittag anderweitig verplant.

Geschenke habe ich schon zugeschickt bekommen. Ausgepackt werden sie aber erst morgen Abend.
Links, im roten Gänsepapier, das hat mir das kleine Nachbarsmädchen, das ich ab und zu hüte, persönlich überreicht. Ich bin echt gespannt, was drin ist. Die Mutter betonte immer wieder, dass die Kleine dieses Geschenk für mich ganz allein, also ohne Hilfe der Mutter, ausgewählt hätte.
Unten seht Ihr eine weiße Fläche, auf der das Geschenk und die Päckchen liegen. Das ist ein Kartonbriefumschlag, von einem Leser meines Blogs. Der Umschlag zeigt überhaupt keine Ausbeulung – ich wette, der Absender hat vergessen, etwas in den Umschlag zu tun.
Hmmm, ein Umschlag voller Nichts hat auch was. ![]()
Wie heißt es so schön? Erwarte nichts, dann wirst du nicht enttäuscht. ![]()
Es bleibt spannend…
Rechts, der um so dickere Umschlag, der ist von meinen Schwiegereltern. Obwohl ich schon seit acht Jahren geschieden bin, nenne ich seine Eltern immer noch meine Schwiegereltern. Schön finde ich, dass wir ein gutes Verhältnis zueinander pflegen. Es ist sogar viel entspannter als zu Ehezeiten.
Das Geschenk ist natürlich vor Allem für meine Kinder gedacht.
Das gut sichtbare Päckchen, gebracht von der Deutschen Post, ist von einer der Schwestern meines Exmannes. Was ich jetzt schon weiß ist, dass da Plätzchen drin sind.
Vermutlich wird meine Schwägerin uns auch Socken gestrickt haben, denn neulich wollte sie unsere Schuhgrößen wissen und erzählte von Socken und Wolle.
Auf dem Päckchen liegt ein praller Polsterumschlag, für Euch kaum sichtbar. Der ist aus der Wichtelaktion, die Engelbert auch dieses Jahr gestartet hat. Diesen Umschlag darf ich laut Teilnahmebedingung erst am
Hach, ich freue mich schon aufs Auspacken!
Noch viel mehr freue ich mich auf das Feiern mit meinen Kindern, mit meiner Schwester und ihrer Familie und, wenn es D.’s Verfassung zulässt, mit meinem Vater.
Doch jetzt lege ich den Endspurt ein… Aufräumen! *grrrr*

