Archiv: November 2008
Minka
Was ist denn nur mit meiner Katze los? Jetzt hat sie mir schon zum zweiten Mal auf den Teppich vor der Badezimmertür einen Haufen hingesetzt. Genau auf die gleiche Stelle wie vor zwei Tagen.
Die Badezimmertür ist bei mir immer nur angelehnt, denn Minkas Katzenklo steht im Bad. Gut, zugegeben, das Klo war nicht ganz sauber. Minka macht da rein ohne ihre Hinterlassenschaften zuzuscharren. Normalerweise macht sie später dann daneben, aber ins Streu rein und ich miste spätestens danach aus.
Reagiert Minka damit nur auf das unstete Kommen und Gehen von meiner Tochter und mir? Den ersten Haufen setzte sie mir frühmorgens vor die Tür, nachdem meine Tochter am Abend vorher nach Hause kam. Ich saß wie heute früh gerade auf meinem “Topf”, als Minka mir ihren Haufen vor die Tür setzte. Wohlgemerkt… die Tür war nur angelehnt. Normalerweise stört sie das nicht – im Gegenteil… früher war es unser Ritual, dass wir beide nach meinem Aufstehen aufs Klo gingen.
Was will mir meine Katze mit diesem Haufen vor der Badezimmertür sagen?
Wenn ich diese Stelle nun mit etwas Essig einreibe, lässt sie das dann wieder oder macht sie mir einfach woanders hin? Weiß jemand von Euch mir einen Rat?
Bisher war ich die meiste Zeit zu Hause. Manchmal bin ich nur ein Mal in der Woche zum Einkaufen aus dem Haus gegangen. Seit drei Wochen gehe ich zwei Mal in der Woche zur Massage und ab dieser Woche werde ich täglich für ein paar Stunden außer Haus sein. Minka, damit wirst du klarkommen müssen…
Wetterlage
Als ich heute früh zu meinem Küchenfenster hinaussah, schien die Welt nach meiner Straße verschwunden zu sein.

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Doch jetzt lacht die Sonne vom nahezu wolkenlosen Himmel.

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Da freue ich mich schon darauf, das Haus nachher verlassen zu dürfen!
Heute…
Heute Nachmittag betreue ich mein Tageskind und anschließend fahre ich zu meinem neuen Arbeitsplatz. Nach dem Kindergartenbetrieb findet dort eine Teambesprechung statt. So kann ich das Team schon mal kennen lernen und ich erfahre, was mit den Kindern in nächster Zeit ansteht. Auf die Kinder selbst werde ich morgen Vormittag treffen. Und am Donnerstag Vormittag. Das werden meine beiden Arbeitstage sein.
An so einem Tag wie heute wünsche ich mir, endlich wieder ein Auto zu haben. An das Busfahren habe ich mich ja gewöhnt und im Normalfall ist die Verbindung gar nicht schlecht. Aber heute Nachmittag muß ich innerhalb von 45 Minuten von meinem Tageskind zum Kindergarten düsen. An und für sich kein Problem… wären diese beiden Orte besser miteinander verknüpft. Und würden die Busse, die ich nehmen muß (ich muß ein Mal umsteigen) öfter als alle halbe Stunde fahren. Aber heute ist mein Glückstag, denn der Tageskindpapa fährt mich hin. Mit dem Auto ist es ein Katzensprung…
Kleine Welt
Fort ist sie wieder… meine Lieblingstocher. Schon seit heute Mittag. Das war ein kurzes Wochenende.
Aber sie ist dank der modernen Kommunikationsmöglichkeiten nicht wirklich fort. Und ich habe sie alle, diese Möglichkeiten… Telefon, Handy und Computer mit Internet. Und gerade das Internet bietet einige Wege, sich mit anderen Menschen auszutauschen. Da gibt es eMails, Chat, Messenger und Internettelefonie.
Wenn ich so zurückdenke, wie es damals war, als ich studierte… vor einem Viertel Jahrhundert. Damals gab es nur das Telefon und die normale Post. Das Telefonieren kostete, ich glaube,
Im Studentenwohnheim, in dem ich wohnte, gab es eine Telefonzentrale, die nur abends besetzt war. Tagsüber oder an Wochenenden musste der Anrufer Glück haben, dass er entgegengenommen und weiterverbunden wurde. Oder man verabredete sich zum Telefonieren. Für meine Mutter war es also nicht einfach, mich zu erreichen.
Meine Tochter war kaum zwei Stunden nachdem sie hier das Haus verlassen hat, in ihrem Zimmer angekommen. Das habe ich gesehen. Im ICQ. Wir haben dann gleich Skype ausprobiert. Bevor meine Tochter heute Mittag losgefahren ist, hat sie mir ihr PC-Mikrofon gegeben. Ja, dank Internet ist es fast so, als ob mein Kind gar nicht fort wäre.
Und dank Internet wird die Welt wirklich zum Dorf. Über Skype habe ich heute auch schon mit einer lieben Bekannten in Spanien telefoniert. Kostenlos!
Meine Tochter hat damit schon mehrmals mit einem Freund in Brasilien gesprochen. Schön für mich, dabei ruhig zu bleiben, wissend, dass mich keine schockierende Telefonrechnung
Merkt Ihr auch den Unterschied zwischen früher und heute?
Alles okay
Natürlich ist meine Tochter gut angekommen. Morgen fährt sie allerdings wieder fort. Schon vormittags, aber spätestens zu Weihnachten ist sie wieder zu Hause. Und das gleich für ein Viertel Jahr.
Nein, Sorgen machen muß ich mir um sie keine. Sie ist nicht ängstlich und geht auch ihr unbekannte Situationen gut an. So wie den Wechsel von Winterreifen. Ich habe ihr geraten, in Ravensburg einige Händler und Werkstätten anzurufen und nach den Preisen für Reifen plus Montage zu fragen. Den Tipp, den KFZ-Schein parat zu haben, habe ich ihr auch gleich gegeben. Da ich den Reifenwechsel finanzieren darf, hatte sie natürlich den Auftrag, dem billigsten Anbieter den Zuschlag zu geben, aber ich habe meiner Tochter gleichzeitig auch die Möglichkeit gegeben, sich den ihr Sympathischsten herauszupicken. Natürlich ist dieser nicht gerade der Billigste, aber wenn meine Tochter dabei ein gutes Gefühl hat, ist das für mich völlig in Ordnung.
Diese Möglichkeit, eigene Entscheidungen zu treffen, die hatten meine Kinder schon von klein an. Wenn wir zum Beispiel fort fuhren und eins meiner Kinder meinte, es brauche keine Jacke, nicht verstehend, dass Sonnenschein nicht automatisch warme Temperaturen bedeutet, dann durfte es ohne Jacke gehen – aber ich habe sie mitgenommen. Natürlich hat mein Kind nach einer Weile gefroren und war froh, dass die Jacke in greifbarer Nähe war. Selbstverständlich kam mir dabei niemals ein herablassender Satz wie “Siehste, das hab’ ich dir doch gleich gesagt” über die Lippen. Wozu denn auch?
Wie sollen Erwachsene eigene Meinungen und eigene Geschmäcker entwickeln oder gar ihren eigenen Lebensweg finden, wenn sie das nicht schon als Kind erfahren und lernen durften?
Mein Sohn hat im zarten Alter von zwei Jahren zu puzzeln versucht. Es gibt ja diese Rahmenpuzzles für Kindergartenkinder. Mein Sohn hat die Puzzleunterlage einfach umgedreht, schräg gegen sein Schemelchen gestellt und die Puzzleteile darauf herunterrutschen lassen. Auch eine Spielmöglichkeit…
Meine Kinder zeigen mir jetzt, als junge Erwachsene, jeden Tag aufs Neue, dass ich Recht damit hatte, Kinder niemals zu erziehen, sondern sie auf ihrem Lebensweg zu unterstützen und zu begleiten und sie dabei immer mehr loszulassen…
