Kategorie: Ich
Erwachen
Wenn ich morgens von allein aufwache, ohne Wecker, und draußen ist es noch dunkel, dann überlege ich erst einmal, ob es Zeit ist aufzustehen.
Nein, keine Termine, rein theoretisch könnte ich also ausschlafen.
Aber ich bin wach – und ich höre die ersten Vögel zwitschern.
Ah, es ist also irgendetwas zwischen fünf und sechs Uhr.
Welchen Tag haben wir denn heute?
Was war gestern alles los?
Achja, der liebste Freund ist aus seinem Urlaub zurück und hat sich auf einem sozialen Netzwerk mit einer persönlichen Nachricht bei mir gemeldet.
Ja, und eine Freundin will sich heute mit mir treffen.
…
Hey, heute ist ja mein Geburtstag!!!
Ich liebe diese Sekunden vom Wachwerden bis zum Erlangen der Erinnerungen und Emotionen. In meinem Kopf ist es erst leer… eine einzig weiße Fläche.
Dann entstehen nach und nach bunte Flecken… Erinnerungen, Gefühle, Pläne.
Wenn der Tag mit positiven Erinnerungen und Gedanken beginnt,
macht das Aufstehen richtig Spaß!
Auch wenn es erst halb sechs Uhr und draußen noch dunkel ist…
Erkältet
Seit ein paar Tagen huste ich ein klein wenig, doch seit heute Vormittag geht es mir immer mieser. Ich habe mir jetzt eine Portion Wick MediNait reingekippt und gehe nun ins Bettchen.
Gute Nacht, Ihr Lieben und träumt süß!
Bloggen oder aufhören?
Lange ist’s her, seit meinem letzten Eintrag. Dieses Jahr habe ich noch gar nichts gebloggt. Dabei ist das Jahr auch schon drei Wochen alt.
Ihr Lieben, ich danke Euch für Eure Treue. Wir haben miteinander schöne Momente genossen, aber auch traurige. Ich habe Euch viele Bilder gezeigt und Ihr durftet in meinen Adventskalendern blättern. Einmalig war der Fasten-Ka(r)lender.
Schon länger mache ich mir Gedanken über die Bloggerei. Was darf ich der Öffentlichkeit erzählen, was nicht?
Als ich mein erstes Blog anfing – das war vor knapp acht Jahren – habe ich mir ALLES von der Seele geschrieben. Ich habe manchmal auch über Menschen in meinem Umfeld erzählt. Ihr habt von den Misshandlungen erfahren, die ich von meiner Mutter ertragen musste. Ihr durftet an der positiven Entwicklung meiner Kinder teilhaben. Und ich habe Euch oft auf meine Ausflüge und Reisen mitgenommen.
Irgendwann kam mir die Idee, was denn wäre, wenn jemand aus meiner Nachbarschaft oder die Familie meiner letzten Beziehung zufällig auf mein Blog stieße? Über die Mutter meines letzten Freundes habe ich ja nicht gerade nett geschrieben. Von da an wurden meine Einträge immer weniger.
Doch seit ich arbeite, habe ich sehr große Hemmungen, über mich und aus meinem Leben zu erzählen. In den Kindergärten erzähle ich so gut wie nichts über mein Privatleben. Weder die beiden Kindergartenleiter, noch die Erzieherinnen, geschweige denn die Leute vom Amt, das für die Auszahlung meines Honorars zuständig ist, wissen, was ich in meiner Freizeit mache und treibe. Ich trenne Arbeitsleben und Freizeit. Doch hier im Blog kommen die beiden Bereiche zusammen. Und das möchte ich nicht. Deshalb gibt es hier nicht mehr so oft etwas zu lesen.
Es gäbe ja noch die Möglichkeit, mein Blog mit einem Passwort zu belegen. Beiträge über Ausflüge, meine Katze oder einfach Bilder, die ich Euch zeigen möchte, wären für die Öffentlichkeit zugänglich, aber persönliche Dinge könnte man nur lesen, wenn man mein Passwort wüsste. Aber dann werde ich zum Türsteher: “Du darfst rein – du kommst hier net rein”. Es könnten mich Leute nach dem Passwort fragen, mit denen ich Persönliches eher nicht teilen wollen würde. Wie schließe ich sie taktvoll aus?
Und wie bewege ich diejenigen dazu, mich nach meinem Passwort zu fragen, die es nicht tun, die mir aber in meinem Leben wichtig sind?
Außerdem war die Hauptidee fürs Bloggen, den Menschen da draußen zu zeigen, dass ich zwar als behindert gelte, aber dass ich letztendlich ein ganz normales Leben mit all seinen Höhen und Tiefen führe. Ich wollte meinen Überlebensdrang, meine Lebensfreude kund tun, ich wollte jedem die Chance geben, an meiner positiven Sichtweise der Dinge teil zu haben. Mit einem Passwort schließe ich erst einmal alle aus, die über Google oder über andere Webseiten auf mein Blog gelangen.
So lange ich keine für mich befriedigende Lösung gefunden habe, wird es in diesem Blog weiterhin sehr still sein.
Ihr habt ja Möglichkeiten, mit mir weiterhin in Kontakt zu bleiben. Per Telefon oder per eMail. Die eAdresse steht auf der Kontaktformularseite.
Nur Facebook bleibt tabu. Dort habe ich ganz wenige Freunde. Und sie sind meine Freunde, mit denen ich auch außerhalb des Internets persönlichen Kontakt pflege. Auf Facebook mag ich nicht mit Leuten befreundet sein, die nur ihre Freundesliste anwachsen sehen wollen… “Die ist bekannt mit dem, der mit der Cousine des Freundes meines Freundes bekannt ist, also soll sie auch in meiner Liste stehen.” Nee, sowas mag ich nicht. Ich fühle mich in einer kleinen und überschaubaren Gruppe wohl und da ist im Internet das Facebook ganz gut dafür geeignet…
Ihr Lieben, ich würde Euch gerne so vieles erzählen, aber was mache ich mit denen, die es für mein Empfinden nichts angeht?
Überstanden
Vorher erreichte mich ein Anruf von Gise`s Lieblingstochter:
Gise hat die OP überstanden, alles ist gut gegangen – sogar ihr freches Mundwerk würde schon wieder funktionieren
Ich bin sicher, sie würde sich über Post riesig freuen!! Wer also Lust hat, Gise ein paar liebe Zeilen zu schicken, der kann sich jederzeit bei mir melden und die aktuelle Adresse erfahren….
Ich werde Euch weiterhin hier im Blog auf dem Laufenden halten.
Danke fürs Mit-Daumendrücken – nun muß Gise “nur” noch wieder auf die Beine kommen.
Die Fremdblogger-Jeanie
Tränen der Rührung
Immer wieder erlebe ich Momente, in denen ich spüre, dass man mich mag, dass man sich freut, mich zu sehen, dass man mir gern zuhört, egal wie groß der Stuss ist, den ich meine zu reden.
Gestern war wieder einmal so ein Abend. Ich bin mit meiner Tochter und ihrem Begleiter zu einer großen Square dance Veranstaltung gefahren, die dieses Wochenende in Herrenberg stattfindet (*winke@Erika). So viele Umarmungen, von Weitem ein freudiges “Giiiiiisseeeeeeeeeee!” mit anschließend stürmischer Umarmung, viel Reden, Albern, Lachen, Planen… Ein Square dancer zieht demnächst um und man hat überlegt, wie dabei meine Hilfe aussehen könnte. Man weiß ja, dass ich meine Hände prinzipiell nicht aus den Taschen nehme.
Ein Vorschlag war, dass ich den Antreiber der Umzugshelfer mache. Ich plädierte fürs Schmieren von Butterbroten. Daraus entwickelte sich die ernsthafte Idee, dass ich für die Meute Chilli kochen werde.
Mancher von Euch wird sich nun fragen, warum ich das erzähle. Ist es nicht normal, beliebt zu sein oder angebotene Mithilfe anzunehmen?
Nun, wer schon lange in meinem Blog mitliest, ahnt oder weiß, was dahinter steckt. Ich höre immer noch, wie meine Eltern mir, als ich 14 war, eindringlich erklärten, dass ich niemals einen Mann bekommen würde, dass überhaupt kein Mensch sich mit Behinderten abgeben wolle. Diese Erklärungen haben mich dann bis dato begleitet und geprägt. Um keine Bestätigung der elterlichen Aussagen zu erhalten, habe ich Menschen kaum an mich herangelassen. Ich saß meist stumm da und wartete ab – und blieb einsam. Aha, meine Eltern hatten Recht, war meine Schlussfolgerung.
Doch in letzter Zeit reifte in mir die Idee, dass ich aktiv werden muss und dass ich mich meinen Mitmenschen durchaus zumuten darf. Jetzt bin ich “da draußen” viel mehr präsent, ich bin laut und ich bin frech. Ich kann aber auch leise und ernst sein, eben je nach Situation.
Ich muss nur noch lernen, gegen mich gerichtete Kritik als scherzhaftes Geplänkel zu verstehen oder einfach zu ignorieren. Nur eins darf ich auf keinen Fall… mich verunsichert wieder in mein Schneckenhaus zurückziehen.
Heute Mittag geht es weiter… ich freue mich jetzt schon wie ein kleines Kind auf das Christkind auf viele lachende, scherzende, erzählende, tanzende, liebevolle Begegnungen, auf bekannte Gesichter und neue Kontakte.
Euch lieben Lesern wünsche ich einen rundum schönen Samstag! ![]()
Ich bin glücklich, weil es Euch gibt!
