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In meinem Wohngebiet ist eine Baustelle. Ich kann sie von meinem Balkon aus halb sehen. Zwischen der Baustelle und dem Haus, in dem ich wohne, befindet sich noch eine Häuserzeile. Teils stört diese mich, denn ich würde die Baustelle gerne von Zeit zu Zeit fotografieren. Aber andererseits bin ich froh, dass ich nicht direkt vor meiner Haustür die Baustelle habe, denn dort in der Häuserzeile ist der Baulärm bestimmt nicht zu überhören. Selbst ich höre ihn, wenn ich in der Küche oder im Bad bin. Und das bei geschlossenen Fenstern.
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Gestern Morgen aber hörte ich nicht den Bagger oder die LKW’s, sondern eine Motorsäge. Ich ahnte schon, was das bedeuten konnte.
Als ich mit meiner Tochter am Nachmittag zum Einkaufen fuhr, sah ich beim Vorbeifahren meine Befürchtung bestätigt – die Bäume, die noch auf der Baustelle gestanden hatten, lagen nun alle zerkleinert auf dem Boden. Bäume, die bestimmt so alt waren wie das Wohngebiet. Dieses wurde nach dem Krieg errichtet. Mit großzügigen Grünflächen und vielen Bäumen und Büschen.
Von meinem Küchenfenster aus habe ich diese Bäume schon oft fotografiert. Morgens bei Sonnenaufgang.
Das jüngste Bild dieser Art ist vor gerade einmal neun Tagen entstanden.
Heute gab es keinen stimmungsvollen Sonnenaufgang, denn der Tag begann nass und trüb und er wurde nicht besser. Dennoch habe ich mein morgendliches Lieblingsmotiv fotografiert, um zu zeigen, dass in der Baumkronengruppe nun ein Baum fehlt.
Ihr kennt auch die Straßenszene, die ich immer wieder von meinem Küchenfenster aus fotografiere.
Das letzte Mal habe ich dergleichen vor acht Tagen geknipst.
Seht Ihr im oberen Bild die Tanne ganz links? Ich bin mir ziemlich sicher, dass sie gewiss schon an die fünfzig Jahre alt ist. Wie viele Vögel haben wohl schon in ihr genistet? Und wie oft haben sich Eichhörnchen in ihr gejagt und an ihren Zapfen genagt?
Und jetzt?
Schaut auf das nächste Bild. Die Tanne liegt nun in kleinen Stücken am Boden.
Anfang Januar habe ich einfach so vom Balkon aus versucht, die Baustelle zu fotografieren.
Seht Ihr die Tanne auf dem Boden liegen?
Was geschieht nun mit ihr? Und mit den anderen Bäumen, die stolz und mächtig auf dem Grundstück gestanden haben?
Einen Trost gibt es: Wer in Stuttgart einen Baum fällt, muss wieder einen pflanzen.







Montag, 23. Februar 2009 um 10:26
Ja, liebe Gise, manchmal gehören die Bäume so zu uns, zu unserem Umfeld, dass es richtig weh tut, wenn sie fallen (müssen).
Allerdings hätte ich die Fichte (Foto vom 14. Februar, rechts) nur ungern vor meinen Fenstern, es sei denn, sie steht weiter vom Haus entfernt als es auf dem Foto aussieht.
Wir haben diese Probleme auch auf unseren Gelände und es fielen etliche 60jährige Fichten der Säge zum Opfer.
Da heißt es wie in Stuttgart: Neupflanzung – und in 60 Jahren haben andere die gleichen “Probleme”.
Eine schöne Woche und liebe Grüße von Maria.
Montag, 23. Februar 2009 um 14:17
Oh, wie grausam.
Bäume sterben, bzw. gefällt zu sehen, tut mir persönlich immer furchtbar weh.
Hier bei mir wurden damals auch ganz viele alte und schöne Bäume gefällt und letztes Jahr so gar ein Baum direkt vor unserer Haustüre, obwohl der ja noch nicht alt war, aber er hat die Eigentümer gestört, weil man dadurch ja kein Licht in die Wohnung bekommt. Dabei war der arme Baum überhaupt gar nicht so groß. Ich war richtig traurig darüber.
Und wenn hier in Langen die Bäume von der Stadt gefällt werden, dann müssen auch neue Bäume gepflanzt werden, aber das sind dann nicht die gleichen Bäume, sondern da werden dann ganz schnell wachsende Monokulturen angelegt.
Das ist nicht schön, finde ich.