Guten Morgen!
Heute ist der erste Tag von den nächsten vier Monaten ohne -r-. Als Kind durfte ich dann endlich barfuß zum Spielen nach draußen gehen. Auch heute beginnt für mich mit dem 1. Mai gefühlsmäßig der Sommer. Nur ist es heute alles andere als sommerlich – es tümmeln sich zu viele Wolken am Himmel. Mal sehen, ob sie der Sonne doch mal den Vortritt lassen, denn ich würde gerne den blühenden Raps fotografieren gehen.

Als am Donnerstag Morgen der Nachbarsjunge und dann meine Nichte wach waren, haben sie beide einhellig beschlossen, noch eine Nacht bei der Tante Gisela zu verbringen. Ja, auch der Junge nennt mich nun so. Er weiß zwar, dass der Stiefvater meiner Nichte mein Bruder ist und ich deshalb die Tante meiner Nichte bin, ich jedoch mit seinen Eltern nicht verwandt bin, aber er fragte mich dennoch, ob er mich auch Tante Gisela nennen dürfe. Dagegen habe ich nichts einzuwenden.
Im Dinomuseum, wie wir das Naturkundemuseum am Löwentor kurz nennen, hatten wir sehr viel Spaß. Dort gibt es ja gerade für Kinder viel zu sehen, entdecken und auszuprobieren.
Am Abend habe ich die Kinder zum Square Dance Clubabend mitgenommen. Ursprünglich wollte ich nicht so lange bleiben, aber den Kindern hat es dort so gut gefallen, dass sie überhaupt keine Müdigkeitserscheinungen zeigten. So bin ich dann doch noch zu meinem Geburtstagsständchen am Ende des Clubabends
Natürlich haben die Kinder dann am Freitag lange geschlafen. Als sie endlich wach waren, habe ich ihnen erlaubt, ein wenig fern zu schauen. In dieser Zeit habe ich die Bettwäsche in die Waschmaschine gesteckt und in der Küche das Chaos beseitigt. Danach haben wir Mau-Mau gespielt, bis uns die Mägen vor Hunger laut anknurrten.
Am Nachmittag wurde der Nachbarsjunge von seiner Mutter abgeholt und ich fuhr meine Nichte nach Hause.
So schön die gemeinsamen Stunden für uns waren, so schön war es dann auch wieder im eigenen Umfeld zu sein.

Gestern habe ich beim Einkaufen zufällig meine Nachbarin mit ihren Kindern angetroffen. Als der Junge mich sah, stürmte er auf mich zu und umarmte mich kräftig mit einem glücklichen Seufzer: “Tante Gisela… meine Tante Gisela…” Das Vertrauen und die Liebe gerade dieses Jungen rührt und ehrt mich sehr, denn der Bub musste bei der Betreuungsperson vor mir einiges mit ansehen, was einer Kinderseele nicht gut tut.

So, Ihr Lieben, ich gehe jetzt schnell mal in den Raps. Vielleicht werden die Bilder auch ohne oder mit wenig Sonne etwas…
Habt einen schönen 1. Mai!
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