Freud’ – Leid
Freud’ und Leid liegen oft dicht beieinander. Gestern war der Geburtstag meiner Tante. Bisher hat mein Vater ihr jedes Jahr telefonisch gratuliert, aber nicht gestern, da meine Tante im Krankenhaus im Koma liegt. Die künstliche Ernährung hat man nun eingestellt und im Laufe der Woche darf sie nach Hause gehen, um dort in Frieden aus dieser Welt gehen zu dürfen. Meine Tante hat schon den Wunsch geäußert, nur im kleinsten Kreis beigesetzt zu werden. Ich fürchte, ich werde mich von ihr auch nicht verabschieden dürfen, wenn sie zu Hause ist, denn so wie ich sie kenne, möchte sie nicht, dass ich sie “so” daliegen sehe.
Heute hat mein Vater Geburtstag und normalerweise hätte meine Tante ihm im Gegenzug telefonisch gratuliert…
Einer meiner Brüder, meine Schwester mit Familie und ich waren heute meinen Vater besuchen, der seinem Alter entsprechend (37… äääh… 73 Jahre) bei bester Gesundheit ist. Auch D., seiner Frau, geht es wieder besser. Sie bekam den Herbst über Chemotherapie. Die anschließende Untersuchung hat gezeigt, dass die Chemo gewirkt hat.
Meine Tante ist die Schwester meiner Mutter, doch sie hat sich mit meinem Vater schon immer gut verstanden; so gut, dass meine Mutter den beiden ständig eine Affäre unterstellt hat.
Ich möchte Euch für Eure mitfühlenden Worte danken. Wir können im Moment nichts weiter tun als abzuwarten und uns gegenseitig Kraft zu geben…
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