Bloggen
Ist Euch auch schon aufgefallen, dass ich immer seltener blogge? Darüber habe ich mir Gedanken gemacht und festgestellt, dass sich im Laufe der Zeit die Einstellung zum Bloggen verändert hat. Immerhin blogge ich seit 6½ Jahren.
Anfangs, als ich das Blog bei myblog einrichtete, habe ich über alles und jeden geschrieben. Doch mit der Zeit verändert sich die Einstellung zum Thema Privatsphäre. Es macht einen Unterschied, ob fremde Menschen etwas über mich erfahren oder Menschen, die ich kenne und die mir wichtig sind. Als ich die Oberfläche meines Blogs auf dem Bildschirm meiner Tochter zum ersten Mal sah und auch, wie meine Tochter meine Einträge las, da war mir etwas mulmig zumute. Fast so, als ob sie in meinem versteckten Tagebuch schmökern würde. Auch mein Sohn, meine Schwester und sogar ihre Tochter interessieren sich für die Neuigkeiten aus meinem Leben, aus meiner Gedanken- und Gefühlswelt. Es ist zwar für mich ein komisches Gefühl – ungefähr so, wie wenn jemand dein Gedicht oder deinen Aufsatz liest – aber es ist in Ordnung. Doch wenn mich Bekannte auf mein Blog ansprechen, merke ich, dass ich im Internet kein verborgenes Dasein führe.
Seit zwei Jahren arbeite ich wieder und seitdem achte ich extrem darauf, was ich, und vor allem, über wen ich schreibe. Die Vorstellung, dass irgend jemand aus meiner Arbeitswelt mein Blog entdecken könnte, behagt mir überhaupt nicht. Deshalb schreibe ich lieber gar nichts, was mich aber auch nicht glücklicher macht. Immerhin teile ich mich gerne mit. Über mein Blog habe ich schon einige nette Menschen kennen gelernt. Durch den gedanklichen Austausch mit Euch habe ich viel über mich erfahren und gelernt. Ihr habt mir oft Mut gemacht oder mich in meinen Unsicherheiten bei neuen Wagnissen ermuntert. Ich denke da zum Beispiel an den Ärger mit dem Tagesmütterverein. Ohne Euch und Euren positiven Zuspruch hätte ich die negative Meinung der Frauen in jenem Verein über mich übernommen und mich in mich zurückgezogen. Ohne Eure Unterstützung wäre ich garantiert noch heute arbeitslos, weil ich mir nichts zutrauen würde.
Der gedankliche Austausch mit Euch ist mir wichtig.
Tatsache ist, dass sich jeder Blogger über viele Kommentare freut. Ein Traum wäre, wenn jeder Leser eines Eintrags auch seinen Beitrag beisteuern würde. Zum Beispiel am Geburtstag, da könnte doch jeder, aber auch jeeeder, gratulieren.
Es gibt aber mehrere Gründe, warum man so erpicht auf Kommentare ist. Manchmal will ich einfach nur beachtet, gelobt werden, im Mittelpunkt stehen und manchmal brauche ich Rat, Trost oder andere Meinungen. Darauf geht Ihr gerne ein.
Das Miteinander in der Bloggerwelt ist und bleibt spannend. Ich bin gerne mitten unter Euch und vielleicht finde ich irgendwann den goldenen Mittelweg. Das eine Extrem, nämlich über alles und jeden zu schreiben, ist nicht gut. Das andere Extrem, nämlich der totale Rückzug, ist aber auch keine Lösung.

Samstag, 9. Oktober 2010 um 10:02
Guten Morgen liebe Gise,
ich habe zwar noch nie gebloggt, lese aber aufmerksam einge Blogs. Manchmal schreibe ich auch Kommentare, aber oft denke ich, dass die Vorschreiber dazu alles geschrieben haben und so schreibe ich nichts. Eigentlich schade.
Dir ein schönes Wochenende und Grüßle
Rita
Gise sagt: Ich führe nicht nur ein Blog, sondern ich lese auch in anderen Blogs. Daher kenne ich beide Seiten. Es gibt einige Blogs, in denen ich regelmäßig und gern lese, aber ich kommentiere äußerst selten. Dafür gibt es einige Gründe, weshalb ich gar nicht böse bin, wenn Kommentare in meinem Blog auch mal ausbleiben. Andere dürfen die gleichen Gründe fürs schriftliche Schweigen haben wie ich. Wir sind alle auch nur Menschen.
Samstag, 9. Oktober 2010 um 11:59
Guten Tag liebe Gise,
ich bewege mich ja nun schon geraume Zeit auf den verschiedenen Bloggerseiten, aber mehr wie 5 sind es nicht geworden. Und das sind genau die, wo mich der Mensch interessiert und wo ich gerne an ihrem Leben teilhaben möchte. Das ist für mich so, als wenn ihr meine Nachbarn währed, denen ich im Treppenhaus begegne und mit denen man gerne mal ein Schwätzchen hält.
Ich begegne dir sehr gerne und würde es bedauern, wenn du wegziehen würdest.
Natürlich ist ein Blog oder wie jetzt meine HP, sehr privat und man muss aufpassen was und wie man es sagt,bzw.schreibt, was nicht immer so ganz einfach ist. Außerdem finde ich, man gibt immer nur so viel preis, wie man es verantworten kann oder möchte.
Wünsche dir ein schönes Wochenende und hoffe in Zukunft weitere Blogeinträge von dir zu lesen.
Liebe Grüße
Roswitha
Gise sagt: Keine Sorge, ich werde nicht wegziehen. Wenn doch, dann nicht ohne Hinweis in diesem Blog.
Und zu erzählen gibt es ja eigentlich immer etwas, oder nicht?
Samstag, 9. Oktober 2010 um 22:06
Hallo Gise,
Muss aber noch weiter drüber nachdenken.
da will ich doch auch mal einen lieben Gruß hier lassen. Ich lese ständig mit aber manchmal fällt mir einfach nicht das Richtige ein zum Kommentieren. Aber Du darfst sicher sein, nächstes Jahr an Ostern bekommst Du einen Geburtstagsgruß von mir. Ich habe mir die vergangene Woche zum ersten Mal Gedanken gemacht, wie ich Ostern feiern könnte
A liabs Griaßle von Erika
Gise lacht: Lass uns das sauer Ersparte lieber für einen Urlaub ausgeben, da haben wir bestimmt mehr davon, oder nicht?