Kabisa Gise – Blog

ganz und gar Gise

2009
Sonntag
4
Okt

Happy birthday!

Veröffentlicht von: Gise
um 01:29 Uhr
 

Kann es sein, dass das Jahr mit zunehmendem Alter immer schneller vergeht? Mir kommt es jedenfalls so vor. War es denn nicht erst diese Tage, als meine Tochter ihr Studium in Ravensburg begann? Noch zwei Jahre, dann ist sie fertig. Lieblingstochter, das schaffst Du sicherlich mit Links, oder etwa nicht?

Es jährt sich noch ein Ereignis…

“Was soll ich dir sagen, was soll ich dir geben?
Ich wünsch dir ein langes, glückliches Leben.
Ich habe ein Herz, das denkt und spricht:
Ich habe dich lieb, mehr weiß ich nicht.”

3. Oktober 1987: Mein damaliger Mann und ich sind ganz gemütlich in die Klinik gefahren, denn wir sollten nun endlich Eltern werden. Es war ein sehr warmer und sonniger Samstag und ich trug deshalb nur ein leichtes T-Shirtkleid.
Geplant war, dass das Kind etwa eine Woche vor dem errechneten Termin, konkret: am Montag dem 5. Oktober, per Kaiserschnitt geholt werden sollte, denn bei meinen zwei Gebärmüttern (uterus duplex) und der Tatsache, dass das Kind sich noch immer in der Steißlage befand, wollte man kein Risiko eingehen.

Der Arzt untersuchte mich und meinte dann, dass man das Kind doch schon am nächsten Tag, dem Sonntag, holen wolle, denn am Montag sei sicherlich “high life” im Operationssaal. Er schickte den werdenden Vater und mich fort mit den Worten, wir sollten noch einen richtig schönen Tag verleben, denn mit Baby könnten wir es nicht mehr so gemütlich haben.

Mein damaliger Mann und ich sind ins Marché in der Stuttgarter Königstraße essen gegangen. Was wir danach noch gemacht haben… keine Ahnung. Ich weiß nur, dass ich mächtig aufgeregt war, denn keine 24 Stunden später sollte ich endlich Mutter werden! Ich konnte die letzten kinderlosen Stunden gar nicht richtig genießen; ich wollte schnell wieder in die Klinik zurück, um mich mental auf die nahende Geburt einzustellen. Wie sagte der Arzt? “Am Sonntag ist erfahrungsgemäß nicht viel los im OP-Saal, also bekommen wir das Kind in aller Ruhe und gaaaanz gemütlich.”

4. Oktober 1987: Natürlich gab es für mich kein Frühstück. Auch eine Periduralanästhesie ist eine Narkose und die gibt es nur auf den leeren Magen. Hätte ich vorher schon gewusst, auf was ich mich mit dieser Methode, mir mein Kind im wachen Zustand aus dem Bauch schneiden zu lassen, eingelassen hatte, dann hätte ich mich für die Vollnarkose entschieden. Ich habe die Teilnarkose nicht gut vertragen. Mir war nach der Geburt trotz mehrerer Decken auf mir saukalt, weshalb ich gezittert habe wie ein Schneider. Von meinem Kind wollte ich nichts wissen – ich wollte nur noch meine Ruhe haben und schlafen.

Die Geburt selbst war ganz lustig. Ich war bis zum Hals mit grünen Tüchern abgedeckt und ein Tuch war am Hals an einem Gestell hochgespannt, dass ich von der Operation nichts zu sehen bekam.
Ich spürte sowohl den Schnitt als auch, wie man das Kind aus meinem Bauch herauszog. Es tat nicht weh, es war eher so, wie wenn man eine taube Narbe anfasst.

Das Kind, eine süße kleine Tochter, wurde mir gezeigt, aber da fing es schon an, mir übel zu werden. Zum Glück war noch der Vater meiner Kleinen da, der mit seligglänzenden Augen seinem Mädchen ein Fläschchen Traubenzuckerlösung gab.

5. Oktober 1987: Ich fühlte mich noch etwas matt, aber mir war nicht mehr übel. Auch das Bibbern vor Kälte war weg. Nun wollte ich mein Kind endlich bei mir haben, doch man brachte sie mir erst am späteren Vormittag. Ich hatte schon Panik, ob mit meinem Baby etwas nicht in Ordnung sei und ich war unendlich erleichtert, als man sie mir endlich brachte. Und dann kam der Moment… unsagbar… unbeschreiblich… mein Kind wurde mir an die Brust gelegt – und sie saugte daran, wie wenn sie es schon immer so gemacht hätte.

Die Klinik, in der ich mein Mädchen bekam, war echt klasse! Ich war dort kein Fall, keine Nummer, kein 08/15-Patient, sondern ein Mensch mit ganz individuellen Bedürfnissen. Da die Entbindungsstation eh leicht unterbelegt war, wurde das zweite Bett in meinem Zimmer durch eine Gymnastikmatte ersetzt, auf der ich meine Tochter selbst wickeln und stillen durfte. Was für eine tolle Sache für mein Baby und mich! Immerhin lag ich wegen des Kaiserschnitts zwei Wochen in der Klinik.

Liebste Lieblingstochter, wieder ist Sonntag und zufällig hast Du ausgerechnet heute Geburtstag! Auch ist es tagsüber noch recht sonnig und warm und der Mond ist ebenfalls wie vor 22 Jahren schön rund.

Hey meine Lieblingstochter, weißt Du was? Ich gratuliere Dir persönlich… wenn Du vom Reinfeiern wieder da und wach bist. ;)

:birthd:   :present:   :hug:

Dieser Beitrag wurde geschrieben am Sonntag, 4. Oktober 2009 um 01:29 Uhr und wurde abgelegt unter "Familie". Du kannst die Kommentare verfolgen mit RSS 2.0. Du kannst hier einen Kommentar hinterlassen, oder einen Trackback senden von deiner eigenen Seite.

2 Kommentare

  1. Beate(BeaNeu):

    Ich wünsche Mama und Tochter einen wunderschönen Geburtstag. :birthd:

  2. Ruthie:

    Liebe Gise,
    Euch Beiden herzlichen Glückwunsch! Dir zu Deiner Tochter und ihr zum Geburtstag!

    Liebe Grüße von Ruthie :birthd:

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