Kabisa Gise – Blog

ganz und gar Gise

Kategorie: Ich

2011
Montag
25
Apr

Gesundheits-Check

Veröffentlicht von: Gise
um 22:55 Uhr

Ich habe diese Tage Euch gegenüber angedeutet, dass ich am Montag schon am frühen Morgen bei meinem Hausarzt sein würde. Nun, mir wurde Blut abgenommen und die inneren Organe wurden via Ultraschall begutachtet. Außerdem habe ich in der Praxis einen Becher meines morgendlichen “Saftes” abgegeben.

Einer von mehreren Gründen für einen Hausarztwechsel war, dass mein vorheriger Doc Bedenken hatte, mir Blut aus dem Fuß zu nehmen: Trombosegefahr. Das hatte ich ja noch nie gehört! Meine Frauenärztin hat mir immer aus meinem Fuß Blut abgenommen und da war noch nie etwas passiert. Vor meiner letzten Ohrenoperation vor vier Jahren habe ich die Ärztin, die mir das Blut abzapfte, gefragt und sie sagte mir, dass ich am allerwenigsten trombosegefährdet sei, denn ich habe weder Krampfadern noch könnte ich, so wie sie mich erlebt hätte, meine Füße still halten.

Mein neuer Hausarzt schlug mir vorletzte Woche einen Gesundheits-Check vor. Dann kam seine Frage: Wo entnimmt man bei mir das Blut? Auf meine Antwort, ausm Fuß, äußerte er aber auch die Gefahr einer Trombose. Doch als ich ihm die zwei Punkte der Ärztin aus dem Krankenhaus nannte, war er schnell überzeugt. (Ich glaube, ich sollte mal darüber nachdenken, Medizin zu studieren. :mrgreen: )

Die Arzthelferin, die es gewohnt war, den Menschen Blut abzunehmen, war genauso aufgeregt wie ich. Doch sie war super! Ein Piekser neben dem Innenknöchel, der überhaupt nicht weh tat – und das Blut ist nur so herausgeflossen! Ach, was war die Arzthelferin glücklich!

Die Ultraschalluntersuchung hat ergeben, dass unter anderem meine Gallenblase und ich etwas gemeinsam haben: wir beide sind nicht steinreich. Auch die anderen Organe sind in Ordnung.

Das Blutbild zeigte keine Auffälligkeiten – ich bin kerngesund! ;)

Nur der Urin bestätigte, was ich schon vermutet hatte: meine Blasenentzündung war noch nicht ganz auskuriert, woraufhin ich ein stärker wirkendes Antibiotikum verschrieben bekommen habe. Heute Morgen habe ich die letzte Tablette geschluckt – und danach erst den Beipackzettel gelesen. Jetzt weiß ich, warum es mir am Samstag so übel ging. Auch gestern und heute ging es mir nicht gut, aber doch besser als am Samstag. Das werde ich meinem Arzt berichten. Ich denke, er sollte es erfahren, oder?

Der Gesundheits-Check hat mir doch eines klar bewiesen: ich bin nicht 50, sondern ein junger Hüpfer von… ich würde mal schätzen… 35 Jahren! :D

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2011
Sonntag
24
Apr

50

Veröffentlicht von: Gise
um 00:08 Uhr

Jetzt bin ich schon fünfzig Jahre alt – ein halbes Jahrhundert. Da meinte meine Nichte neulich dazu: “Booooh, ganz schön alt!”

Ich bin ehrlich… ich habe sehr große Probleme damit, schon sooo alt zu sein. Ich habe das Gefühl, die Jahre rennen davon und ich komme nicht hinterher, denn ich fühle mich eher wie höchstens Anfang vierzig. Wo ist die Zeit geblieben?

Dabei müsste ich stolz sein, die Fünfzig überhaupt erreicht zu haben. Unmittelbar nach meiner Geburt saß der Schock erst einmal tief. Immerhin war ich das erste Kind meiner Eltern, ein Wunschkind. Der Arzt, der bei der Geburt dabei war (ich habe in der elterlichen Wohnung das Licht der Welt erblickt), meinte, bei so einer schweren Mißbildung wäre die Natur gnädig und würde mich bald sterben lassen. Meine Oma mütterlicherseits hätte angeblich vorgeschlagen, mit einem Kissen auf meinem Gesicht mein Ende schneller herbeizuführen.

Es gab ja damals kein Internet und andere contergangeschädigte Babys gab es nicht in unserer Nähe. Meine Eltern zogen mich praktisch ohne fachkundige Hilfe groß. Ich besuchte zwar keinen Kindergarten, aber meine Mutter musste hart kämpfen, dass ich die Regelschule statt der Sonderschule für Lernbehinderte besuchen durfte.

Obwohl meine Eltern in mir immer ein behindertes Kind sahen, das ein Leben lang auf Hilfe von Anderen angewiesen sein würde, bin ich dennoch “normal” aufgewachsen. Mit drei Jahren war ich für ein halbes Jahr in einem Heim, wo ich lernte, meine Füße zu benutzen. Von da an war ich erst in der Lage, ohne fremde Hilfe zu essen und mir meine Oberteile anzuziehen. Bei den Hosen brauchte ich nach wie vor Hilfe.

Ich habe später das Gymnasium besucht, doch das Abitur wollte ich auf keinen Fall machen. Auf dem Arbeitsamt erfuhr ich von der Möglichkeit, an einer Fachhochschule zu studieren. Dies war das erste Mal, dass ich so einen gewaltigen Schritt, allein in einer fremden Stadt zu leben, um zu studieren, ohne mich beirren zu lassen, durchgesetzt habe. Meine Mutter hat damals bestimmt Panik geschoben, sie hat mir wie schon immer einzureden versucht, dass niemand sich mit einem Krüppel abgeben, geschweige denn so einem helfen wolle. Aber ich dachte nur, dass es irgendwie nicht passen würde, dass Menschen, die Sozialpädagogik studieren wollen, nicht bereit wären, mir zu helfen.

Kurzum: Ich habe während der Studentenzeit gelernt, komplett ohne fremde Hilfe auszukommen.
Ich habe geheiratet, zwei Kinder geboren und groß gezogen, habe die Scheidung eingereicht und ich habe immer mehr begriffen, dass ich wert-voll, liebens-wert und durchaus attraktiv bin. Von meiner Mutter hörte ich ständig, dass ich geistig behindert und hässlich wäre.

Heute schaue ich also auf fünfzig Jahre meines Lebens zurück. Ich bin stolz auf das, was ich erreicht habe, aber andererseits habe ich das Gefühl, etwas verpasst zu haben. Die Jahre sind so rasend schnell vergangen und ich hätte gerne mehr erreicht und mehr erlebt. Doch ich musste erst mich finden, mein Selbstbewusstsein und mein Selbstwertgefühl aufbauen und erkämpfen, nebenher Kinder großziehen und arbeiten gehen.

ich bin jetzt fünfzig Jahre alt. Manchmal denke ich “erst fünfzig”, manchmal ist es mir aber auch wie “schon fünfzig”. Je nachdem, ob ich in die Vergangenheit oder in die Zukunft schaue. Aber egal, wie ich es sehe, eins sehe ich ganz deutlich, so wie Gott, als er die Erde erschuf:

Ich schaue auf mich, meine Leistungen und Erfolge, aber auch auf meine Niederlagen und Verzweiflungen und ich sehe, dass es gut ist wie es ist. Und ich schaue gespannt und optimistisch den nächsten zehn, zwanzig, dreißig… Jahren entgegen.

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2011
Samstag
23
Apr

Izmir Übl

Veröffentlicht von: Gise
um 14:36 Uhr

Eben komme ich vom Shoppen mit meiner Tochter heim. Die Ärmste musste alleine durch die Läden ziehen, während ich auf Ruhebänken auf sie gewartet habe. Ich bin heute kurzatmig und in der Magengegend geht es mir auch nicht so gut. Aber bis jetzt ist alles, was ich heute gegessen und getrunken habe, drinnen geblieben. Hoffentlich geht es mir morgen wieder gut!

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2011
Samstag
15
Jan

Google gefragt

Veröffentlicht von: Gise
um 08:06 Uhr

Ich habe jetzt gegoogelt, ob ich mit diesem Phänomen, dass ich gelegentlich nachts um etwa drei Uhr aufwache, allein dastehe oder ob es Leidgenossen gibt. Es gibt offensichtlich nicht wenige Menschen, denen es so wie mir ergeht.

In einem Forum werden folgende Erklärungen geliefert:

  • eigener Schlafrhythmus: Mein Schlafbedürfnis ändert sich zur Zeit laufend. Es gibt Zeiten, da reichen mir zehn Stunden Schlaf noch lange nicht. Es gibt aber auch Nächte, in denen ich mit fünf Stunden Schlaf auskomme.
  • verdrängte, ungelöste Probleme: Welche Sorgen und Bedürfnisse ich verdränge, weiß ich nicht. Wüsste ich es, wäre nichts verdrängt. Wenn ich nachts aufwache, geistert jedenfalls nichts Problematisches durch mein Hirn und vom Gefühlten her ist mir wohlig und warm.
  • zu frühes Zubettgehen (vor 22 Uhr): Ja, das wäre eine Erklärung, die ich nachvollziehen kann, denn gestern lag ich tatsächlich schon vor 22 Uhr in meinem Bett. Im Winter gehe ich des öfteren so früh, aber nie vor 21 Uhr schlafen. Das werde ich genauer und bewusst überprüfen.
  • nächtliche Geräusche: Manchmal weckt mich tatsächlich ein Auto, das durch den Regen fährt. Vielleicht “stört” mich auch meine Katze in meinem Schlaf.
  • eine sich anbahnende Depression: … möchte ich nicht ausschließen…

Wie auch immer, Schlaflosigkeit nehme ich hin wie sie kommt. Bin ich wach, stehe ich auf und hole den Schlaf nötigenfalls am Nachmittag nach. Ich erzwinge nichts und ich verzweifle auch nicht. Mein Körper sagt mir, was er braucht oder auch nicht braucht und ich versuche, mich danach zu richten.

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2011
Freitag
14
Jan

Würg

Veröffentlicht von: Gise
um 08:19 Uhr

Gestern Abend ist mir mein adliges Mittagessen (= Aufgewärmtes vom Vortag) gleich drei Mal durch den Kopf gegangen, doch heute Morgen habe ich mir wieder eine Tasse Cappuccino zugemutet. Das ist ein gutes Zeichen, oder nicht?

Wir werden wohl nie erfahren, ob in meinem Bauch ein Virus steckte oder ob das aufgewärmte Essen schon leicht angedorben war. Ich sollte mir wirklich angewöhnen, die Reste in den Kühlschrank zu stellen anstatt auf dem Herd stehen zu lassen.

Nachtrag:
eine Stunde später: Mir ist in meiner Magengegend schon wieder speiübel. Ist das der Hunger, der mich plagt oder sollte ich meinen Magen noch schonen?

Ich koche mir jetzt erst einmal einen Kamillentee, dann werde ich weitersehen.

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